Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Ein sogenannter wassergebundener Weg führt an den Alteichen im Schwanheimer Wald vorbei. Foto: Monika Müller
+
Ein sogenannter wassergebundener Weg führt an den Alteichen im Schwanheimer Wald vorbei.

Mobilität

Frankfurt: Kritik an löchrigen Wegen in Parks

  • Florian Leclerc
    VonFlorian Leclerc
    schließen

Der ADFC beklagt Schlaglöcher auf den Wegen im Stadtwald und in Parks und hebt die Vorteile von Asphalt hervor. Die Stadtverwaltung widerspricht.

Wer zu Fuß oder mit dem Rad in Parks oder im Stadtwald unterwegs ist, kennt sie: die sogenannten wassergebundenen Wege. Sie bestehen aus Schotter, Splitt, Sand. Regen soll versickern, der Untergrund den Boden nicht versiegeln.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) stört sich an diesen Wegen. Sie seien für Menschen, die mit dem Rad fahren, nicht so komfortabel wie Wege aus Asphalt. Asphaltierte Wege kosteten zwar etwas mehr, dafür hielten sie länger und seien nicht so wartungsanfällig. Wassergebundene Wege hätten schon nach kurzer Zeit Spurrillen und Schlaglöcher, in denen sich Pfützen bildeten.

In der Zeitschrift des Fahrradvereins „Frankfurt aktuell“ werden weitere Argumente gegen die wassergebundenen Wege ins Feld geführt. Veröffentlicht wurde der Beitrag von ADFC-Mitgliedern aus dem Main-Taunus-Kreis und Bad Vilbel. Die landläufige Meinung, dass sie den Boden weniger stark versiegelten, stimme nicht. Das gehe aus einer Studie des Baustoff- und Umweltlabors Friedrichsmoor hervor, die im Auftrag des Landes Mecklenburg-Vorpommern schon 2009 entstand.

Demnach hinterlassen Autos, aber auch Fahrräder hochverdichtete Flächen auf den wassergebundenen Wegen. Das wiederholte Fahren auf diesen Wegen presse die Oberfläche und den Boden darunter stark zusammen. Wasser könne nicht mehr versickern.

Anders bei asphaltierten Wegen. Dort sei die Oberfläche versiegelt. Der Boden darunter bleibe locker. Die Studie kommt zu dem scheinbar paradoxen Ergebnis, dass bei asphaltierten Wegen der Wassergehalt unter dem Weg genauso hoch oder gar höher sei als im umliegenden Gelände.

„Der Radweg mit gebundener Decke ist ein Bodensiegel ohne versiegelnde Wirkung“, heißt es darin. Und weiter: „Der Vergleich des Einflusses der gebundenen und ungebundenen Befestigungen auf den natürlichen Wasserhaushalt bestätigt nicht die üblichen Annahmen, dass die Pflasterbauweise und die ungebundene Decke ein Beispiel für ökologisches Bauen sind.“

Stadt betont Vorteile

Die Stadtverwaltung hebt in einer gemeinsamen Antwort von Umweltamt, Grünflächenamt und Straßenbauamt die Vorteile von wassergebundenen Wegen hervor. Wenn sie richtig gebaut seien und regelmäßig gepflegt würden, bildeten sich keine Schlaglöcher und keine Pfützen. Dann versickere der Regen zuverlässig, besser als bei Asphalt.

Zwar gebe es wasserdurchlässigen Asphalt. Dieser müsse aufwendig mit Saug-Kehr-Wagen gereinigt werden. Asphalt absorbiere Hitze stärker als wassergebundene Wege, was das Stadtklima belaste. Die wassergebundenen Wege passten optisch besser in Parks und in den Stadtwald. Der Untergrund sei weicher und angenehmer zum Joggen und Spazierengehen. Geschotterte Waldwege könnten sich begrünen und zerschnitten die Landschaft nicht so stark.

Auch habe der Radverkehr „kein Alleinnutzungsrecht im innerstädtischen Raum“, betont die Stadtverwaltung. In Parks und im Wald seien vor allem Menschen zu Fuß unterwegs, um sich zu erholen. Asphaltierte Wege verleiteten zu schnellerem Radfahren. „Das ist mit der Multifunktionalität der Parkwege nicht vereinbar.“

Bei der Herstellung von Asphaltdecken werde im Vergleich mit wassergebundenen Decken etwa doppelt so viel CO2 freigesetzt. Die spätere Entsorgung des Asphalts komme noch hinzu. Aus Sicht der Stadtverwaltung sollte in Parks und im Wald etwa dort asphaltiert werden, wo es die Situation erfordere. Etwa bei erosionsgefährdeten Stellen mit entsprechender Neigung.

Grundsätzlich hält sich die Stadtverwaltung aber alle Optionen offen. Die Entscheidung über asphaltierte oder wassergebundene Wege treffe die Verwaltung nach Absprache.

Disclaimer:
In einer früheren Version des Beitrags stand, dass der ADFC Frankfurt Kritik an den Radwegen in Parks und im Stadtwald übt - mit Verweis auf einen Text im Magazin „Frankfurt aktuell“ des ADFC Frankfurt. Die Autoren sind aber ADFC-Mitglieder aus dem Main-Taunus-Kreis beziehungsweise Bad Vilbel, wie ADFC-Sprecherin Susanne Neumann mitteilte. Sie sagte: „Zwar findet der ADFC Frankfurt manche Radwege durch Frankfurter Grünanlagen verbesserungswürdig. Im Bedarfsfall würde er jedoch den direkten Kontakt zur Stadt Frankfurt suchen und mögliche Verbesserungen diskutieren, aber eventuelle Missstände nicht öffentlich anprangern, zumal ihm die Argumentation der Stadt bekannt ist.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare