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Frankfurt: Kritik an Autobahnausbau

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Von: Florian Leclerc

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Die A661 im Frankfurter Osten soll etwa doppelt so breit werden. Foto: Peter Jülich
Die A661 im Frankfurter Osten soll etwa doppelt so breit werden. © Peter Jülich

In Frankfurt soll die A661 ausgebaut werden. Bürgerinnen und Bürger äußerten bei der Erörterung ihre Generalkritik am Autobahnausbau.

Bürgerinnen und Bürger haben am Montag bei einem Erörterungstermin im Saalbau Südbahnhof in Frankfurt generelle Kritik am Ausbau der A661 im Frankfurter Osten geäußert. Eingeladen hatte das Regierungspräsidium Darmstadt, um Fragen von Anwohnerinnen und Anwohnern zu klären, welche der geplante Autobahnausbau aufgeworfen hatte. Die bundeseigene Autobahngesellschaft hatte zuvor im Planfeststellungsverfahren schriftlich auf die Einwendungen der Bürgerinnen und Bürger geantwortet, aber viele damit nicht zufriedengestellt. Eine Infoveranstaltung zum geplanten Ausbau gab es nicht.

„Ich fühle mich abgeschmettert“, sagte Katharina Bornscheuer, die sich in der Bürgerinitiative Grüne Lunge Frankfurt engagiert. Sie hätte sich gewünscht, ihre Fragen wären konkret beantwortet worden. Stattdessen habe sie eine Generalerwiderung erhalten, in der unter anderem gestanden habe: „Das Vorhaben wird zu keiner Beeinträchtigung Ihrer Gesundheit führen. Das bezweifelt Katharina Bornscheuer aber. Der Lärm der Autobahn sei bis weit ins Nordend hinein zu hören, die Abgase nehme sie ebenfalls wahr. Aus ihrer Sicht widerspricht ein Ausbau der Autobahn dem Artikel 20a im Grundgesetz, der den Erhalt der Natur für künftige Generationen vorsieht. Dem schlossen sich weitere Bürgerinnen und Bürger an, die die geplante Rodung im Fechenheimer Wald für den Riederwaldtunnel kritisierten.

Das Projekt

Der Ausbau der Autobahn 661 im Frankfurter Osten wurde 1980 planfestgestellt. 1995 erfolgte der Bau der sogenannten Ostfahrbahn. Nun soll die Westfahrbahn gebaut werden.

Von der Anschlussstelle Friedberger Landstraße soll darüber hinaus eine Direktrampe auf die A661 nach Süden führen. Sie soll in einen durchgängigen Verflechtungsstreifen zum Autobahndreieck Erlenbruch übergehen. Geplant sind zwei Fahrspuren pro Richtung plus Verflechtungsstreifen.

In einem zweiten Schritt , der ein weiteres Planfeststellungsverfahren nötig macht, sind eine Einhausung zwischen Friedberger Landstraße und Seckbacher Landstraße und ein sechspuriger Ausbau der A661 möglich. fle

Inge Wendel, die sich in der Bürgerinitiative Riederwald engagiert, sprach ein weiteres Problem an. Der Lärm der Autobahn werde berechnet und übers Jahr gemittelt. „Ich kann mich als Mensch aber nicht mitteln“, sagte sie. Sie sei direkt betroffen, wenn es laut werde, nicht gemittelt und übers Jahr verteilt. Da jeder Ausbau von Autobahnen zu mehr Verkehr, Lärm, Schadstoffen führe, müsse der Bund alle Projekte im Bundesverkehrswegeplan mit Blick auf das Erreichen der Klimaziele überprüfen, sagte sie.

Auch Friedhelm Ardelt-Theeck, der sich in der Bürgervereinigung Nordend seit 40 Jahren gegen den Autobahnausbau in Frankfurt engagiert, forderte ein Moratorium beim Autobahnausbau. Die Planfeststellung für den Ausbau der A661 stamme aus dem Jahr 1980. Die Planung reiche historisch bis in die 1920er Jahre zurück. Lärmschutz sei erst nachträglich durch Klagen oder die Androhung von Klagen erreicht worden. „Daran sieht man, dass mit der ursprünglichen Planung etwas nicht stimmt.“ Ardelt-Theeck bemängelte, der Autobahnausbau führe zu mehr Verkehr auf den Frankfurter Einfallstraßen – Hanauer Landstraße, Friedberger Landstraße und Ratsweg – in die Stadt hinein. Das widerspreche dem Ziel der Stadt, den Binnenverkehr zu reduzieren. Es sei nicht redlich, allein zu betonen, der Verkehr auf den Hauptstraßen aus der Stadt hinaus nehme durch den Ausbau ab.

Volker Marx, ebenfalls Bürgervereinigung Nordend, regte an, das Regenwasser auf den neu versiegelten Flächen aufzubereiten und für Bäume und Gärten zu verwenden. Das sei nicht geplant, wie eine Vertreterin der Autobahngesellschaft ausführte. Das Regenwasser, das Abrieb enthalte, fließe in Abwasserkanäle. Marx forderte eine Höchstgeschwindigkeit von 100 Stundenkilometern auf der A661, was in der Planfeststellung aber nicht enthalten sei. Zur Lärmminderung müssten die Dehnungsfugen der Autobahnbrücken erneuert werden.

Die Erörterung wird fortgesetzt.

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