Die A5 kommt an gut einem Dutzend Stadtteilen vorbei.
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Die A5 kommt an gut einem Dutzend Stadtteilen vorbei.

Mobilität

Kritik an A5 mit zehn Fahrspuren

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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  • Sonja Thelen
    Sonja Thelen
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Hessen Mobil prüft, ob die A5 vor Frankfurt auf zehn Spuren erweitert werden kann. Das Stadtparlament und verschiedene Ortsbeiräte lehnen die Pläne ab.

Die A5, eine der meistbefahrenen Autobahnen in Deutschland, soll weiter ausgebaut werden. Die hessische Straßenbaubehörde Hessen Mobil lässt den Ausbau auf zehn Spuren zwischen Friedberg und Frankfurter Kreuz untersuchen. Auf dem Abschnitt sind momentan sechs Spuren vorhanden; außerdem werden Seitenstreifen für den Verkehr freigegeben. Bislang war im Römer nur der geplante achtspurige Ausbau bekannt.

In der Beauftragung eines Gutachtens heißt es: „Kern der Machbarkeitsstudie, die den Schwerpunkt der Untersuchung darstellt, ist es, die für einen zehnstreifigen Ausbau notwendigen technischen Grundlagen hinsichtlich Querschnittsgestaltung, Bau, Betrieb, Unterhaltung, Entwässerung zu diskutieren und Lösungsvorschläge für die Realisierung des A5-Ausbaus im Bereich Anschlussstelle Friedberg bis Frankfurter Kreuz zu erarbeiten.“ Das Gutachten will Hessen Mobil im kommenden Jahr veröffentlichen.

Im vergangenen Jahr fuhren gut 145 000 Autos am Tag auf der A5 über das Frankfurter Kreuz. Hinzu kamen 16 325 Lastwagen, wie die Bundesanstalt für Straßenwesen mitteilte. Durch einen Ausbau nähme der Verkehr deutlich zu, befürchtet die Stadtverordnetenversammlung.

Im Verkehrsausschuss sprachen sich am Dienstag Vertreter von SPD, Grünen und Linken entschieden gegen das Ausbauprojekt aus. Es widerspräche den Bemühungen um eine Verkehrswende und laufe den Anstrengungen, die Klimakrise abzumildern, entgegen, so der Tenor der Kritik. Die CDU-Fraktion meldete sich zum Thema allerdings nicht zu Wort. Der Frankfurter Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) sagte offen, die Stadt als Träger öffentlicher Belange werde dem Ausbau auf zehn Fahrspuren nicht zustimmen.

Auch verschiedene Ortsbeiräte sprachen sich gegen den Ausbau aus. Ende September hatte sich der Ortsbeirat 12 (Kalbach und Riedberg) dagegen positioniert. Am Dienstagabend lehnte der Ortsbeirat 7 (Hausen, Industriehof, Praunheim, Rödelheim, Westhausen) den zehnspurigen Ausbau ab. Das Gremium bat den Magistrat, alle rechtlichen Mittel auszuschöpfen, um den Ausbau zu verhindern.

Für den SPD-Antrag stimmten neben den Sozialdemokraten auch Bündnis 90/Die Grünen, Farbechte/Die Linke und ein Freidemokrat. Dagegen sprachen sich CDU, ein Freidemokrat und Rosemarie Lämmer (fraktionslos) aus. Zwei Fraktionslose enthielten sich.

Die CDU-Fraktion im Ortsbeirat 7 sorgte mit ihrer Position für Kopfschütteln: „Ein zehnspuriger Ausbau bedeutet nicht ein höheres Verkehrsaufkommen, jedoch fließt der Verkehr dann besser und Staus werden vermieden“, sagte Veljko Vuksanovic, und behauptete gar: „Das ist Umweltschutz.“

„Ein zehnspuriger Ausbau ist das Gegenteil von gut“, sagte daraufhin SPD-Fraktionschef Hans-Jürgen Sasse. Er verwies darauf, dass der Frankfurter Verkehrsdezernent den Ausbau ablehne. „Die CDU im 7er steht ziemlich alleine da“, sagte er. Als „grotesk“ bezeichnete Johannes Lauterwald (Grüne) die Äußerung von Vuksanovic, den Autobahnausbau „als Umweltschutz zu verkaufen“.

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