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Frankfurt: Kritik am Aus für Tram nach Vilbel

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Von: Florian Leclerc

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Die Buslinie 30 fährt zwischen Frankfurt und Bad Vilbel. Foto: Peter Jülich
Die Buslinie 30 fährt zwischen Frankfurt und Bad Vilbel. Foto: Peter Jülich © peter-juelich.com

Die Koalition in Bad Vilbel will keine Straßenbahn zwischen Frankfurt und Bad Vilbel bauen. In der Frankfurter SPD regt sich dagegen Kritik. Ein Eilantrag für den SPD-Parteitag ist geplant.

In der Frankfurter SPD regt sich Protest gegen die Entscheidung der Koalition aus CDU und SPD und Bad Vilbel, keine Straßenbahn von Frankfurt in die Wetteraukreisstadt bauen zu wollen.

„Der Frankfurter Osten leidet seit vielen Jahren unter dem starken Pendelverkehr aus der Wetterau. Eine Straßenbahn nach Frankfurt verursacht deutlich weniger Lärm und Gestank als die täglichen Autokolonnen, die wir zum Beispiel auf dem Erlenbruch tagtäglich beobachten“, sagte Raven Kirchner, der Vorsitzende der SPD im Stadtteil Riederwald.

Kirchner wies darauf hin, dass die S-Bahn nach Bad Vilbel seiner Ansicht nach zu selten fahre - im Sommer ist die Strecke wegen Gleisbaus komplett gesperrt. Der Bus der Linie 30 zwischen Frankfurt und Bad Vilbel stecke trotz Busspur regelmäßig im Stau. Die Tickets im öffentlichen Nahverkehr seien aufgrund der Tarifgrenze zwischen Frankfurt und Bad Vilbel zu teuer. „Viele Vilbeler Bekannte nutzen daher das Auto, um zu ihren Arbeitsplatz nach Frankfurt zu gelangen“, sagte er.

Eilantrag für Parteitag

In einer Metropolregion seien alle Städte und Gemeinden aufgefordert, gemeinsam für einen attraktiven ÖPNV zu kämpfen. Dazu gehöre neben einer Abschaffung der Tarifgrenzen auch der gemeinsame Ausbau der U-, S- und Straßenbahnen, führte er aus. „Mit der Entscheidung Bad Vilbels wird der Frankfurter Osten sowie die Innenstadt weiter mit Abgasen, Lärm und Gestank belastet. Wer so engstirnig agiert, braucht sich nicht wundern, wenn in Frankfurt weiter eine City-Maut, die Abschaffung von Parkmöglichkeiten in der Innenstadt und eine Parkraumbewirtschaftung an der Stadtgrenze diskutiert werden.“

Für den kommenden Jahresparteitag der Frankfurter SPD am 17. Juli kündigte Kirchner einen Eilantrag an. „Die SPD Frankfurt sollte meiner Meinung nach an den Plänen der Straßenbahn nach Bad Vilbel festhalten. Die Stadtverordneten und der Magistrat sind aufgefordert, nochmal mit Bad Vilbel das Gespräch zu suchen.“

Die Stadtregierung in Bad Vilbel hatte eine Fortführung des Projekts abgelehnt mit dem Verweis auf die Umgestaltung von Kreisverkehren, dem Wegfall von Bäumen und Baulärm.

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