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Grüne Soße Festival 2021, hier: Partystimmung am Nachmittag – aber bitte mit Abstand.
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Grüne Soße Festival 2021, hier: Partystimmung am Nachmittag – aber bitte mit Abstand.

Grie-Soß-Festival

Frankfurt: Kräuter und Kultur

  • Clemens Dörrenberg
    VonClemens Dörrenberg
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Das Grüne-Soße-Festival lockt Menschen aus nah und fern. Sogar Gäste aus Bayern sagen: Grie Soß’ geht auch als Eis.

Zielstrebig gehen Heike Schlüter und Mladen Sporer am frühen Samstagabend auf dem Roßmarkt zum Schnitzelstand. Für das Paar aus Griesheim kann es an diesem Abend, als Geimpfte nach schneller Corona-Einlasskontrolle, nur eines geben: klassisches Frankfurter Schnitzel mit Grüner Soße, Eiern und Kartoffeln. Passt ja auch zum „Grüne Soße-Festival“, das seit Freitag und nach einem Jahr Corona-Zwangspause wieder für drei Wochen Hungrige an den Platz, nicht weit von der Hauptwache, lockt.

Außerdem ist es auch in diesem Jahr wieder schwierig, an den knapp ein Dutzend internationalen Ständen und Imbisswagen Gerichte ohne die berühmte Frankfurter Tunke zu finden. Egal, ob argentinische, brasilianische, kenianische Küche oder der Crêpes-Wagen: Alle haben neben ihrem üblichen Angebot in einer ihrer Terrinen Soße mit den sieben Kräutern zubereitet. Nach den ersten Bissen befindet das Griesheimer Paar einstimmig: „schmeckt“. Die überschaubare Portion für zehn Euro sei „okay“. Erstmals hätten sie an diesem Tag zuvor das Goethehaus besichtigt, berichtet Mladen Sporer. Danach war der Besuch des Festivals offenbar die logische, lokal gefärbte Konsequenz und außerdem nötig, weil sie am Morgen zuletzt gegessen hätten. Der 53-Jährige stört sich etwas am Holzbesteck, das kaum zum Schneiden seines Schnitzels tauge. Seine fünf Jahre jüngere Partnerin sagt: „Es ist schön, dass wieder mal so ein Festival stattfinden kann“. Bei ihrem letzten Besuch – vor Corona – sei das Areal noch nicht eingezäunt gewesen.

Daran erinnert sich auch Anahita, die mit ihrem Freund Amin und einem befreundeten Paar auf Bierbänken sitzt. Ihre Nachnamen wollen die vier, die Apfelwein aus einem Bembel trinken, lieber für sich behalten. „Viel besser“ sei es vor zwei Jahren „ohne Corona“ gewesen: „Alles offen, mehr los, mehr Stände.“ Die kulinarischen Genüsse scheinen jedoch zu entschädigen: „Ich bin riesiger Fan“, sagt die 31-Jährige und zeigt auf Goethes Leibspeise vor ihr auf dem Tisch. In einer separaten Schale hat sie sich noch eine Extraportion Soße bestellt. Martin, der ihr gegenüber sitzt, ist zum ersten Mal bei dem Festival. Der 34-Jährige sagt, „es ist eher Restaurantatmosphäre“. In der Tat erinnert die Stimmung an Biergärten. Leute sitzen oder stehen zusammen, trinken, plaudern, kauen.

Die Bühne für die „Festspiele“ ist hinter haushohen, rund gebauten und grün gestrichenen Holzwänden verborgen. Mit den in Dutzenden Pflanztöpfchen aus Paletten sprießenden (definitiv mehr als sieben) Kräutern bilden sie ein beliebtes Fotomotiv. Neben Konzerten, Kabarett und Comedy an allen Abenden gibt es im Rund hinter den Wänden Kindertheater.

Familie Schieke hat sich am Nachmittag eine Aufführung des Papageno-Musiktheaters von Pippi Langstrumpf angesehen und ist danach zum Essen geblieben. Alle fünf, die zum Nachtisch ein Eis schlecken, sind begeistert.

Pia (7), Jonathan (9) und Emma (11) zeigen sich beeindruckt von den Leistungen des Ensembles mit „Rad schlagen“, „im Handstand laufen“ und „hohen Sprüngen“. „Sehr gerührt“, seien Vater André und Mutter Regine Schieke, die sich ein „Grie Soß“-Eis bestellt hat. Zu ihrem ersten Theaterbesuch seit langer Zeit sagt die 34-Jährige: „Man genießt es mehr, was man vorher als Selbstverständlichkeit wahrgenommen hat“. „Sehr lecker“ findet die gebürtige Bayerin ihr Eis: „Wie Joghurteis mit feiner Kräuternote.“ Es sei erstaunlich für sie „als Nicht-Frankfurter“ zu sehen, womit die Soße aus den sieben Kräutern kombiniert werden könne.

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