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Eine Krähen in ihrem Nest. Foto: Monika Müller

Oberrad

Krähen-Jagd verstört Anwohner und Tierschützer in Frankfurt Oberrad

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Seit Sommer wurden bereits 250 Krähen in Frankfurt Oberrad abgeschossen. Das ist erlaubt. Aber Anwohner und Tierschützer sind entsetzt. 

  • Jäger schießen Krähen in Frankfurt Oberrad
  • Anwohner und Tierschützer sind empört
  • Bereits 250 Krähen seit Sommer erlegt

Frankfurt - Das Abschießen von Krähen in den Feldern Oberrads hört nicht auf. In den vergangenen Monaten wurde dort wieder Jagd auf die Vögel gemacht. Anwohner und Tierschützer hatten sich immer wieder darüber beschwert. Christian Müller bringt das Thema in der vergangenen Sitzung des Ortsbeirats 5 am Freitag erneut zur Sprache. 

Bis zu 250 Krähen habe der Jäger seit Sommer erlegt, vermutet Müller. Von seinem Fenster hat der Oberräder direkte Sicht auf die Felder und auch die Schüsse sind in seiner Wohnung deutlich zu hören.

Frankfurt Oberrad: Anwohner sind entsetzt von Krähen-Abschuss

Erlaubt ist es schon. Von August bis Ende Dezember darf der Jagdpächter Rabenkrähen schießen. Aber Müller geht es vor allem um die Tiere. „Sie sind hochintelligent.“ Verfügten über ein hervorragendes Gedächtnis, eine Form von Selbstbewusstsein und technisches Geschick. Seien viel schlauer als Katzen und Hunde, stünden etwa auf einer Stufe mit den Primaten, wie fr.de* berichtet. „Hier werden Lebewesen mit personenähnlichen Eigenschaften getötet.“ Müller ist Lehrbeauftragter an der Frankfurter Goethe-Universität am Institut für Philosophie, sein Arbeitsschwerpunkt ist die Tierethik.

Frankfurt Oberrad: Stadt habe keine Handhabe

Die Stadt hatte sich in der Vergangenheit geäußert, dass sie keine Handhabe habe, die Jagd zu verbieten. Aber dass es absolut nicht notwendig sei, Krähen zu schießen. Der Jäger meinte gegenüber Anwohnern, dass die Rabenkrähen bodenbrütende Vögel an einer erfolgreichen Wiederansiedelung hinderten und Hasen sowie kleinere Singvögel in ihren Populationsgrößen dezimieren würden. Viele vermuten jedoch, dass es ihm nur um den Spaß am Schießen gehe.

Müller stört darüber hinaus, dass Vögel immer wieder schwer verletzt an Orte fallen, wo sie der Jäger nicht so schnell von ihrem Leid erlösen kann. Viele Spaziergänger erschreckten sich vor den Schüssen oder seien zumindest irritiert, berichtet Müller. Und der Jäger verstecke sich wie ein Heckenschütze. Die Hundehalter fühlten sich ebenfalls gestört, denn die Hunde reagierten verängstigt.

Frankfurt: Krähen werden abgeschossen

Eine Anwohnerin berichtet in der Sitzung von ähnlichen Momenten. „Geschossen wird auch morgens unter der Woche um 9 Uhr, wo viele Leute unterwegs sind – Eltern mit Kindern, Fahrradfahrer.“ In der Nähe des Grüne Soße-Denkmals. Und es sei kein schöner Anblick, wenn die Krähen vom Himmel fallen und eigentümlich, wenn der Jäger total vermummt über die Felder laufe.

Und wenn die Tier tatsächlich störten, gebe es andere Methoden sie zu vertreiben, ist Müller überzeugt. „In Bayern wurden Saatkrähen einfach umgesiedelt.“ Etwa durch einen Falkner und mit Hilfe von Greifvögeln.

Frankfurt: Krähen-Jagd in Oberrad

„Ich dachte man darf im Stadtgebiet nicht schießen“, sagt Andrea Müller-Wüst (SPD). Doch dieser Teil der Felder sei Jagdrevier, wird sie aufgeklärt. Möglicherweise ließen sich die Grenzen verschieben, dass es zum Stadtgebiet werde, schlägt sie vor. Andere Gremiumsmitglieder stimmen zu.

Der Ortsbeirat hatte den Magistrat vergangenes Jahr aufgefordert, Warnschilder aufzustellen oder durch die Presse Informationen zu verbreiten. Die Stadt hatte geantwortet, dass es keine Verpflichtungen gebe, man aber den Pächter bitten werde, durch mehrere Schilder auf die Jagd hinzuweisen. Das ist aber bislang nicht passiert.

fr.de* ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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