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Frankfurt: Kosten für S6-Ausbau steigen drastisch

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Von: Florian Leclerc

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Im Sommer 2022 und im Sommer 2023 wird die Bahnstrecke zwischen Frankfurt und Bad Vilbel für Züge gesperrt. Foto: Peter Jülich
Im Sommer 2022 und im Sommer 2023 wird die Bahnstrecke zwischen Frankfurt und Bad Vilbel für Züge gesperrt. © peter-juelich.com

Der viergleisige Ausbau der Bahnstrecke von Frankfurt nach Bad Vilbel wird teurer. Während die erste Baustufe Ende 2023 fertig sein soll, verzögert sich der Bau der Station in Ginnheim.

Die Kosten für den Ausbau der Bahnstrecke zwischen dem Frankfurter Westbahnhof und Bad Vilbel von zwei auf vier Gleise haben sich seit der letzten Kostenanalyse in etwa verdoppelt. 2017 gab die Deutsche Bahn mit Verweis auf den Preisstand von 2014 an, die Gesamtkosten für die erste und zweite Baustufe von Frankfurt nach Bad Vilbel beziehungsweise von Bad Vilbel nach Friedberg lägen bei 550 Millionen Euro. Eine Kosten-Nutzen-Analyse ergab damals, dass der Bau wirtschaftlich sei.

2020 wurde bekannt, dass sich das Bauende für den Abschnitt Frankfurt–Bad Vilbel um ein Jahr auf Ende 2023 verzögert. Wie eine Bahnsprecherin nun auf Anfrage mitteilte, liegen die Baukosten allein für den ersten Bauabschnitt mittlerweile bei etwa 570 Millionen Euro.

Für den Abschnitt von Bad Vilbel nach Friedberg nannte die Sprecherin mit Verweis auf das laufende Genehmigungsverfahren keine Summe. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis werde regelmäßig betrachtet und sei weiterhin positiv, sagte sie.

Infos

Die Informationsveranstaltungen für Bürgerinnen und Bürger sind am Donnerstag, 10. März, zur Strecke in Bad Vilbel, am Dienstag, 15. März, zu den Abschnitten Frankfurter Berg, Berkersheim und Harheim sowie am Donnerstag, 17. März, zu den Abschnitten Bockenheim, Ginnheim, Eschersheim, jeweils 17 bis 18.30 Uhr, ohne Anmeldung auf s6-frankfurt-friedberg.de fle

Bei einem virtuellen Drohnenüberflug über die Ausbaustrecke sagte DB-Projektleiter Wolf-Dieter Tigges, der Neubau der Station Ginnheim werde sich voraussichtlich bis ins Jahr 2024 verzögern. Den Angaben zufolge hätten das Frankfurter Straßenbauamt und die Deutsche Bahn die Planfeststellung für den Bau der Station neu beantragt. Solange das Planfeststellungsverfahren nicht abgeschlossen sei, könnten keine Baufirmen beauftragt werden. Die Station werde an die dann fertige Ausbaustrecke angebaut.

In den nächsten Wochen will die Bahn drei Übergänge dauerhaft schließen. Zunächst betrifft dies am 18. März die Bahnübergänge in der Berkersheimer Bahnstraße und im Berkersheimer Weg am Frankfurter Berg. Der Bahnübergang am Lachweg in Eschersheim schließe am 10. Juli dauerhaft. Für Bürgerinnen und Bürger seien Informationsveranstaltungen geplant.

Im Sommer werde die Bahnstrecke von Frankfurt nach Bad Vilbel für acht Wochen gesperrt. Zwischen Frankfurter Berg und Bad Vilbel würden unter anderem Stützwände gebaut, der Bahndamm aufgeschüttet und Gleise verlegt. Auch Oberleitungsarbeiten und der Bau von Schallschutzwänden stünden an.

Die Vollsperrung dauert den Angaben zufolge vom 9. Juli bis zum 5. September. Züge des Regional- und Fernverkehrs werden in dieser Zeit umgeleitet. Als Ersatz für die S6 fahren Busse. Bereits vor der Vollsperrung kommt es zu einer Teilsperrung: Vom 13. Juni bis zum 9. Juli steht lediglich ein Gleis zur Verfügung, was sich auf den Fahrplan auswirken wird.

Eine weitere Vollsperrung der Strecke zwischen Frankfurt und Bad Vilbel kündigte Projektleiter Tigges für den Sommer nächsten Jahres an. Dann würden unter anderem Gleise auf der verbleibenden Strecke verlegt und das Empfangsgebäude am Bahnhof in Eschersheim abgerissen. Das Gebäude stehe dem Bahnausbau zehn Zentimeter im Weg.

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