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Frankfurt: Korruption und Untreue

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Von: Oliver Teutsch

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Nach drei Jahren Ermittlungen erhebt die Staatsanwaltschaft Frankfurt Anklage gegenOberstaatsanwalt Alexander B.

Nach rund dreijährigen Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt Anklage gegen Oberstaatsanwalt Alexander B. erhoben. Dem 55-Jährigen, der bis zu seiner erstmaligen Festnahme im September 2020 Leiter der Zentralstelle für Medizinwirtschaftsstrafrecht war, werden 101 Fälle der fortgesetzten und gewerbsmäßigen Bestechlichkeit, 55 Fälle der schweren Untreue sowie Steuerhinterziehung in neun Fällen vorgeworfen, wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilte. Der knapp 260 Seiten langen Anklageschrift zufolge soll B. von August 2015 bis Juli 2020 von zwei Firmen Zahlungen in Höhe von rund 346 000 Euro erhalten haben.

Als hochrangiger Beamter hatte B. eine Vermögensbetreuungspflicht gegenüber dem Land Hessen. Dennoch soll er monatlich Rechnungen, deren sachliche Unrichtigkeit ihm bekannt war, abgezeichnet und zur Anweisung freigegeben haben. Hierdurch entstand dem Land Hessen ein Vermögensschaden in Höhe von knapp 645 000 Euro.

Mitangeklagt ist auch ein Unternehmer aus dem Hochtaunuskreis, der mit B. gemeinsame Sache gemacht haben soll. Der 56-Jährige soll auf Geheiß von B. erst die Firma gegründet haben, die dem Beamten dann jahrelang Schmiergelder zahlte und im Gegenzug die Erstattung von Gutachten für die Justiz zugeschanzt bekam.

Dem 56-Jährigen wird gewerbsmäßige Bestechung in 82 Fällen vorgeworfen. Mit der Anklage hat die Staatsanwaltschaft auch die Einziehung der erlangten Einnahmen in Millionenhöhe der beiden Angeschuldigten beantragt. Die Ermittlungen gegen die beiden Staatsanwälte, die B. unterstützt haben sollen, seien noch nicht abgeschlossen, hieß es weiter. ote

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