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Seit 1969 steht die historische Schmiermittelfabrik am Frankfurter Südbahnhof leer. Das soll sich noch ändern.
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Seit 1969 steht die historische Schmiermittelfabrik am Frankfurter Südbahnhof leer. Das soll sich noch ändern.

Die Fabrik Sachsenhausen

Frankfurt: Konzertsaal in der alten Ölfabrik

  • Andreas Hartmann
    VonAndreas Hartmann
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Die „Fabrik“, ein denkmalgeschütztes historisches Industriegebäude im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen, soll ein kultureller Mittelpunkt im Frankfurter Süden werden. Der bekannte Architekt Karl Dudler übernimmt den Umbau.

Vor mehr als 50 Jahren wurde die alte Schmiermittelfabrik der Familie Heinz hinter dem Frankfurter Südbahnhof stillgelegt, und doch riecht es hier immer noch nach Öl. Weil die letzte Besitzerin Emmy Wagner-Heinz das riesige Gelände in attraktiver Lage nie verkaufte und schließlich 2004 kurz vor ihrem Tod mit 101 Jahren ihren Besitz einer Stiftung überschrieb, blieb das inzwischen außergewöhnliche historische Gebäudeensemble vor Immobilienspekulationen bewahrt. Für Frankfurt ist das ein großer Glücksfall.

Nun hat der Vorstand der „Peter-Paul und Emmy Wagner-Heinz-Stiftung“ seine großen Pläne für das unter Denkmalschutz stehende, 1880 errichtete Hauptgebäude vorgestellt, das sich als „Die Fabrik“ inzwischen einen Namen für hervorragende Jazzkonzerte im Gewölbekeller gemacht hat. Die darüberliegenden, seit 1969 ungenutzten Räume hinter der prächtigen Ziegelfassade sollen neu öffentlich genutzt werden, so wie sich das die Stifterin vorstellte.

Man braucht allerdings angesichts des jetzigen Zustands des Inneren wohl die Fantasie eines international renommierten Architekten wie Karl Dudler, der die Gebäude seit 2004 kennt und sich mit seinem Büro intensiv mit den Planungen und Möglichkeiten beschäftigt hat. Denn heute gleichen die Räume einem Rohbau, vieles ist tatsächlich noch im Originalzustand der Erbauungszeit – das ist faszinierend, aber so nicht mehr nutzbar. Dass es der Stiftung gelungen ist, Dudler zu gewinnen, dürfte der nächste Glücksfall sein.

Denn die Pläne, die er am Mittwoch vorgestellt hat, sind durchaus kühn. Einige Zwischenböden und Wände werden entfernt, und es entstehen ein großer, vielfältig nutzbarer Veranstaltungssaal für Theater und Konzerte sowie ein Restaurant. Dabei soll so viel wie möglich aus der Zeit der industriellen Nutzung erhalten werden, die roten Ziegelwände und Eisenträger sichtbar bleiben, und auch Rolltore oder historische Lampen werden restauriert und nach Möglichkeit weitergenutzt. Der Denkmalschutz sei mit den Umbauplänen einverstanden und habe zugestimmt, sagt Dudler.

Das alles wird nicht billig: Etwa vier bis viereinhalb Millionen Euro will die Stiftung nach Angaben von Vorstand Karsten Heidebrecht dafür aufbringen. 2,3 Millionen hat sie aus Grundstücksverkäufen bereits zusammenbekommen. „Jetzt sind wir gerade dabei, Fördermittel und Unterstützung von anderen Stiftungen einzuwerben“, sagt er.

Doch der Aufwand lohnt sich. Die Visualisierungen für den großen Saal mit Tribüne und Empore, den dann hauptsächlich die Frankfurter Kammeroper als Spielstätte nutzen soll, sind eindrucksvoll. Für den Wirt, der aktuell an schönen Tagen von April bis Oktober den Biergarten bewirtschaftet, entsteht ein Restaurant, das das ganze Jahr über auch an Schlechtwettertagen geöffnet haben soll. Es soll dabei helfen, das trotz seiner eigentlich zentralen Lage selbst in Sachsenhausen immer noch viel zu wenig bekannte Kulturzentrum bekannter zu machen. Auch der Gewölbekeller wird umgebaut, die Bühne verlegt, und es entsteht ein zweiter Eingang.

Beginnen sollen die Bauarbeiten im Herbst kommenden Jahres. „So können wir die Sommersaison nochmals nutzen“, sagt Heidebrecht. Die „Fabrik“ selbst schließt dann für 15 Monate – allerdings kann sie mit ihrem Programm ausweichen. Man könne die Bonifatiuskirche, das Museum für Kommunikation und die Alte Seilerei in Sachsenhausen für Konzerte nutzen, sagt Heidebrecht.

Die Fassade des 1880 erbauten Industriedenkmals sieht noch aus wie zur Erbauungszeit.

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