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Die Fabrik in Frankfurt-Sachsenhausen.
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Die Fabrik in Frankfurt-Sachsenhausen.

Kultur

Frankfurt: Konzertsaal für Kammeroper in alter Ölfabrik

  • Florian Leclerc
    VonFlorian Leclerc
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In Frankfurt wird die frühere P.P. Heinz Ölfabrik für Kulturveranstaltungen saniert. Doch das Flair der Fabrik soll in jedem Fall erhalten bleiben.

Die Fabrik, eine denkmalgeschützte frühere Ölfabrik von 1881 im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen, wird bis Ende 2023 saniert. Das kündigte der Immobilienentwickler Karsten Heidebrecht, Vorstand der Wagner-Heinz-Stiftung an, welcher das Areal gehört. „Die Fabrik bleibt so weit wie möglich erhalten“, sagte er bei einer Filmpremiere mit Gespräch am Dienstagabend im Hof der Fabrik.

Für die Kammeroper Frankfurt, die in der Fabrik auftritt, soll ein Konzert- und Theatersaal errichtet werden, sagte Heidebrecht. Der Auftrag an Karl Dudler Architekten sei erteilt. Der Brandschutz habe dem Umbau bereits zugestimmt. Im Kellergewölbe sollen weiterhin kulturellen Veranstaltungen stattfinden. Die Gastronomie bleibe erhalten und ermögliche weiterhin Firmenfeiern und Hochzeiten. Der Bauantrag werde vorbereitet. Der Umbau soll vier Millionen Euro kosten.

Fabrik, Wohnhaus und Remise

Die P.P. Heinz Ölfabrik am Mittlerer Hasenpfad 8 zeichnet sich durch ihre markante Neo-Renaissance-Fassade aus. In den 1950er Jahren übernahm die Union Öl die Ölfabrik, in den 1970er Jahren wurde der Betrieb aufgelöst. Gegründet wurde die Ölfabrik von Philipp Peter Heinz. Hergestellt wurden Schmiermittel und technische Öle.

Die Fabrik ist Teil der Route der Industriekultur Rhein-Main. Zu dem Anwesen zählen ein mehrstöckiges Wohnhaus mit Backsteinfassade, ein Hof mit Kopfsteinpflaster und eine Remise, welche die Fabrik und das Wohnhaus verbindet. Das Anwesen gehört der Wagner-Heinz-Stiftung zur Förderung kultureller und sozialer Zwecke.

In der Remise arbeiten Künstlerinnen und Künstler mit Einschränkung im Atelier Goldstein im Rahmen der Lebenshilfe. Im Wohnhaus, das derzeit eingehaust ist, werden Heidebrecht zufolge die Fassade und das Dachgeschoss saniert und zwei neue Wohnungen eingebaut.

Filmpremiere von „Zukunft braucht Herkunft“

Die Pläne zum Umbau stießen bei der Veranstaltung auf breite Zustimmung der Beteiligten. „Die Fabrik ist ein Kleinod und ein Kulturmagnet für den Stadtteil“, sagte Christiane Cuticchio, die Leiterin des Atelier Goldstein.

„Es wäre eine Horrorvorstellung, wenn aus diesem Gebäude etwas Aalglattes und Picobello-Feines entstünde“, sagte der Architekt DW Dreysse. Er warb dafür, beim Umbau die „Spuren der Vergangenheit“ zu erhalten. Dazu zählte er neben der Fassade auch die Struktur im Inneren, die unter anderem aus einer Holzkonstruktion bestehe.

Peter Cachola Schmal, der Leiter des Deutschen Architekturmuseums, erinnerte daran, dass nur noch wenige alte Fabrikgebäude in Frankfurt erhalten seien. In Frankfurt entwickelten sich Immobilien meist sehr dynastisch. Wenn eine Büroimmobilie einige Jahre leerstehe, werde sie oft abgerissen und mit neuer Fassade und unter neuem Namen vermarktet. „Frankfurt denkt in die Zukunft und vergisst gerne die eigene Vergangenheit“, sagte er. Das Gespräch moderierten der frühere FR-Redakteur Claus-Jürgen Göpfert und Filmautor Werner Heinz.

Bei der Filmpremiere war „Zukunft braucht Herkunft“ zu sehen, ein Film über die frühere Ölfabrik. Regisseur Albin Wildner zeigt darin langsame Kamerafahrten durch die Fabrik, untermalt mit Musik von Gregor Praml am Kontrabass. Der Film soll auf dem Youtube-Kanal der Fabrik gezeigt werden.

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