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Frankfurt: Konzept gegen Energiekrise gesucht

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Von: Christoph Manus

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Gas wird immer teurer. Vielen Haushalten drohen massiv steigende Heizkosten. © dpa

Der Frankfurter Magistrat soll Wege suchen, um die Auswirkungen der Energiekrise zu mindern. Das hat das Stadtparlament beschlossen. Indes prüft die Stadt, wo sie Energie sparen kann.

Was kann die Stadt Frankfurt tun, damit nicht viele Tausend Haushalte angesichts der massiv steigenden Heizkosten in die Armut abrutschen? Antworten soll der Magistrat so schnell wie möglich liefern. Das Stadtparlament hat ihn am Donnerstag auf Antrag der Koalition von Grünen, SPD, FDP und Volt beauftragt, ein kommunales Handlungskonzept zur Vermeidung von Energieschulden und Energiesperren vorzulegen.

Menschen dürften nicht in eine prekäre Lage geraten und letztendlich in einer kalten Wohnung sitzen oder diese auf Grund von zu hohen Energieschulden gar verlieren, heißt es in der Antragsbegründung. „Ein sicheres Dach über dem Kopf sowie die Versorgung mit Wärme, Strom und Wasser sind Grundrechte und müssen in jeder Situation gelten.“

Immer stärker in den Fokus rückt auch die Frage, was die Stadt und ihre Gesellschaften tun können, um Energie zu sparen. Der Magistrat soll, wie das die CDU beantragte, prüfen und berichten wie die entsprechenden Handlungsempfehlungen des Deutschen Städtetags in Frankfurt umgesetzt werden können. Bei diesen Vorschlägen geht es etwa um eine Absenkung der Raumtemperaturen in Verwaltungsgebäuden, öffentlichen Einrichtungen, Schwimmbädern und Sporthallen oder das Abschalten von Lüftungsanlagen.

Die Stadt habe bereits begonnen, die Vorschläge des Städtetags zu prüfen, versicherte Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) in der Fragestunde des Stadtparlaments. Aus Sicht des Energiemanagements sollten diese vollständig umgesetzt werden, berichtete sie. Ein Pilotprojekt betreffe etwa die intelligente Steuerung von Raumtemperaturen, die mittelfristig in zahlreichen Gebäuden der Stadt möglich sei und langfristig Gas sparen könne.

Vor krassen Einschnitten schrecken viele der städtischen Gesellschaften und Eigenbetriebe noch zurück. So planen etwa die Bäderbetriebe, wie Heilig berichtete, bisher keine Senkung der Temperaturen in den Schwimmbecken. Möglich sei dagegen eine Absenkung der Lufttemperatur in den Umkleide- und Eingangsbereichen der Hallenbäder, hieß es. Bei Bedarf seien auch etwa niedrigere Temperaturen in den Saunen möglich.

Wie in Sporthallen Energie gespart werden kann, werde noch geprüft, berichtete Heilig. Auch eine Reduzierung der Öffnungszeiten komme prinzipiell in Frage, solange sie den Sportbetrieb nicht einschränke.

Die Stadt will auch die Bürgerinnen und Bürger zum Energiesparen ermuntern. Eine entsprechende Kampagne ist laut Heilig in Vorbereitung.

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