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Frankfurt: Geplante Sperrung des Mainkais sorgt für Kontroverse

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Von: Florian Leclerc

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Rote Radwege, schwarzer Asphalt - in der Fashion Week passt sich eine Spaziergängerin den Farben des Mainkais an.
Rote Radwege, schwarzer Asphalt - in der Fashion Week passt sich eine Spaziergängerin den Farben des Mainkais an. © ROLF OESER

In Sachsenhausen machen die CDU und eine Bürgerinitiative Stimmung gegen die Sperrung der nördlichen Mainuferstraße.

Frankfurt - Die CDU in Sachsenhausen wendet sich gegen eine Sperrung des Mainkais, wie sie die Koalition im Römer vorsieht. „Es darf keinesfalls zu einer verkehrlichen Mehrbelastung in Sachsenhausen kommen“, sagte der Vorsitzende der CDU in Sachsenhausen, Ulf Homeyer. Diesen „fatalen Fehler“ habe man bereits einmal gemacht.

Die nördliche Mainuferstraße war von Sommer 2019 bis Sommer 2020 für den Kfz-Verkehr gesperrt. Daten von Tomtom hatten leichte Fahrzeitverzögerungen auf Straßen im Stadtteil festgestellt. Eine wissenschaftliche Untersuchung, die für März 2020 angesetzt war, fand wegen des pandemiebedingten Rückgangs des Kraftfahrzeugverkehrs nicht statt. Eine Bürgerinitiative in Sachenhausen hatte indes wiederholt von einem Verkehrschaos gesprochen.

Frankfurt: Koalition im Römer will den Mainkai 2022 in der Nacht sperren

Die Koalition aus Grünen, SPD, FDP und Volt im Römer will den Mainkai zwischen Alter Brücke und Untermainbrücke jede Nacht von 19 bis 6 Uhr sowie an den Wochenenden sperren.

Das seien elf Stunden in der Nacht und 59 Stunden am Wochenende, rechnete Ulf Homeyer vor. Darüber hinaus soll der Mainkai während der hessischen Schulferien für Kraftfahrzeuge gesperrt werden. „Die Sperrung einer Straße führt unweigerlich dazu, dass sich der Verkehr einen anderen Weg sucht“, sagte er.

„Die Blechlawinen lösen sich nun mal nicht in Luft auf, wenn sie auf einen gesperrten Mainkai treffen, die landen in unseren Straßen“, sagte Herbert Schmoll von der Bürgerinitiative Sachsenhausen. Er wehrt sich in einem Rundumschlag per E-Mail gegen Verkehrspolitikerinnen und Verkehrspolitiker.

Mainkai: Bürgerinitiative macht Stimmung gegen Sperrung

Dem FDP-Stadtverordneten Uwe Schulz warf er eine „Salamitaktik“ bei der Sperrung des Mainkais vor. Anhängerinnen und Anhänger einer Mobilitätswende nannte er „Marionetten der Frankfurter Radfahrerlobby“. In Richtung Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) sagte er, die U-Bahn-Stationen würden „jeden Asiaten, der sie betritt, glauben lassen, dass er in einem Dritte-Welt-Land gelandet“ sei.

Beatrix Baumann (Grüne) warf er „Unfähigkeit“ vor. Katharina Knacker (Grüne) sprach er ein „logisches Schlussfolgerungsvermögen“ ab. Darüber hinaus sprach er von „Travestiekünstlern und Clowns“ in der Stadtpolitik, die nicht „die hellsten (Verkehrs-)Kerzen auf der Torte“ seien.

Beatrix Baumann verbat sich diese Unflätigkeiten und ließ sich aus dem E-Mail-Verteiler der Initiative entfernen. Herbert Schmoll ist 69 Jahre alt, wohnt in Sachsenhausen und hat lange als Personalberater gearbeitet. (Florian Leclerc)

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