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Trude Simonsohn 2010 bei einem Zeitzeuginnen-Gespräch. Foto: Michael Schick
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Trude Simonsohn 2010 bei einem Zeitzeuginnen-Gespräch.

Auschwitz-Überlebende

Frankfurt: Kondolenzbuch für Trude Simonsohn

  • Hanning Voigts
    VonHanning Voigts
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Nach dem Tod der Holocaust-Überlebenden und Frankfurter Ehrenbürgerin Trude Simonsohn wird im Römer ein Kondolenzbuch ausgelegt. Die Verstorbene war in ganz Hessen breit gewürdigt worden.

Nach dem Tod der Frankfurter Ehrenbürgerin und Holocaust-Überlebenden Trude Simonsohn legt die Stadt ab Montag ein Kondolenzbuch im Eingangsfoyer des Römers aus. Wie die Stadt am Freitag mitteilte, können sich dort alle Bürger:innen bis zum Sonntag, 16. Januar, täglich zwischen 10 und 17 Uhr eintragen. Dabei müsse aufgrund der aktuellen Coronavirus-Pandemie eine medizinische Maske getragen werden, hieß es.

Trude Simonsohn war am Donnerstag im Alter von 100 Jahren gestorben. Die am 25. März 1921 im tschechischen Olomouc (Olmütz) geborene Simonsohn war wegen ihrer jüdischen Herkunft ab 1939 von den deutschen Besatzern verfolgt worden, sie leistete Widerstand gegen die nationalsozialistische Terrorherrschaft, wurde 1942 in das Getto Theresienstadt und später ins Vernichtungslager Auschwitz verschleppt. Sie entging der Ermordung, lebte mit ihrem Mann Berthold ab 1955 in Frankfurt und engagierte sich als Zeitzeugin gegen das Vergessen und gegen Antisemitismus.

Simonsohns Tod hatte am Donnerstag in Frankfurt und ganz Hessen Bestürzung ausgelöst, Persönlichkeiten wie der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), der hessische Landtagspräsident Boris Rhein (CDU), der Vorstandsvorsitzende der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, Salomon Korn, und Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) hatten Simonsohn als Versöhnerin und Kämpferin für Erinnerung an die deutschen Verbrechen gewürdigt.

Mut und Zuversicht

Die Frankfurter SPD würdigte Simonsohn als „eine der letzten Zeitzeuginnen, die ihr ganzes Leben lang nicht müde wurde, nachfolgende Generationen an das schrecklichste Menschheitsverbrechen der Geschichte zu erinnern“. Sie habe selbst erlebt, „was der Mensch dem Menschen antun kann und stand trotzdem oder gerade deshalb mit Hoffnung, Mut und Zuversicht für Gerechtigkeit, Zusammenhalt und Solidarität ein“. Die Frankfurter Grünen teilten mit, die Verstorbene habe sich „um eine friedlichere, versöhnliche Gesellschaft“ gesorgt und stehe auch nach ihrem Tod „für eine offene Gesellschaft ohne Hass“.

Die Fraktion der Linkspartei im Hessischen Landtag bezeichnete Simonsohns Engagement als „Ausdruck menschlicher Größe“. Sie habe sich „in herausragender Weise engagiert, sich in gesellschaftliche Debatten eingemischt und klar Position bezogen“. Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA) betonte „ihr unermüdliches Engagement als Zeitzeugin und ihr Eintreten für eine Welt des Friedens und der Freiheit“. Simonsohn habe „an eine bessere Welt“ geglaubt.

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