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Menschen genießen im Frankfurter Günthersburgpark mit Abstand auf Bänken das sonnige Wetter.
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Kommunalwahl 2021: Der Erhalt von Grünflächen wie im Günthersburgpark in Frankfurt steht für die Gartenpartei oben auf der Agenda. (Symbolbild)

Wahl 2021

Kommunalwahl in Frankfurt: Gartenpartei kämpft für Erhalt der Grünflächen

  • Thomas Stillbauer
    vonThomas Stillbauer
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Der Spitzenkandidat der Gartenpartei, Tilo Schwichtenberg, spricht im Interview über Wachstum, Stadtnatur und was er von der Frankfurter Koalition hält.

  • Kommunalwahl in Hessen: Tilo Schwichtenberg ist Spitzenkandidat der Gartenpartei in Frankfurt.
  • Die Gartenpartei spricht sich gegen die Versiegelung von Grünflächen in Frankfurt aus.
  • Kommunalwahl-News: Alle Informationen und Neuigkeiten zur Wahl in Hessen auf unserer Themenseite.

Frankfurt - Die Gartenpartei spricht sich unter anderem gegen die Versiegelung und Überbauung von Grünflächen im Stadtgebiet Frankfurts aus und tritt bei der Kommunalwahl in Frankfurt am 14. März 2021 an. Tilo Schwichtenberg tritt als Spitzenkandidat der Partei für die Stadtverordnetenversammlung an. Beruflich plant und verkauft der 51-Jährige seit 2005 Solaranlagen für Photovoltaik und Solarthermie. Im Interviews stand Schwichtenberg nun Rede und Antwort.

Herr Schwichtenberg, warum wollen Sie in die Politik?

Ich sehe Schlimmes für Grünflächen und Gärten auf uns zukommen, wenn wir nicht gegensteuern. Irgendwann ist Frankfurt komplett versiegelt, jeder Innenhof nachverdichtet, die Stadt überhitzt, das sind meine großen Sorgen.

Die Gartenpartei: Spitzenkandidat Schwichtenberg macht sich für den Erhalt der Grünflächen stark

Dem will die Gartenpartei – der Name sagt es – mit mehr Gärten entgegenwirken?

Wenn Frankfurt wächst, wäre es natürlich schön, dass auch die Fläche für Klein- und Freizeitgärten mitwächst. Wir kämpfen aber im Wesentlichen für den Erhalt von Grünflächen, ob es die Grüne Lunge im Günthersburgpark ist oder das geplante Gewerbegebiet in Nieder-Eschbach, ob es die Ackerflächen an der A5 sind oder die Frischluftentstehungsgebiete – das alles darf nicht versiegelt werden. Wir wollen Anbaugebiete ohne Glyphosat, mit Pestizidverbot, sodass wir die guten Lebensmittel noch besser hier vor Ort produzieren können. Gärten, Wald, Ackerflächen, das alles wollen wir erhalten.

Tilo Schwichtenberg, 51, ist Spitzenkandidat der Gartenpartei zur Kommunalwahl in Frankfurt. Beruflich plant und verkauft er seit 2005 Solaranlagen für Photovoltaik und Solarthermie sowie Produkte für die Wärmerückgewinnung.

Wo stehen Sie politisch, eher links, eher konservativ?

Wenn Sie mich so genau fragen, ja, eher links, aber wir orientieren uns allein an Inhalten.

Kommunalwahl 2021: Gartenpartei in Frankfurt will den Grünen etwas entgegensetzen

Für umweltpolitische Inhalte sind ja die Grünen angetreten – da finden Sie sich nicht wieder?

Die Gartenpartei ist entstanden, um den Grünen etwas entgegenzusetzen. Seit fünf Jahren bin ich jeden Monat in den Planungsausschuss der Stadtverordnetenversammlung gegangen – ich bin enttäuscht von der gesamten Römer-Koalition, insbesondere von den Grünen. Es ist die Hölle, was ich da mit den Grünen erlebt habe. Ich hatte den Eindruck, da sitzt die FDP.

An welchen Beschlüssen machen Sie das fest?

Um die Grüne Lunge im Nordend gibt es ja einen großen Konflikt. Es war enttäuschend, dass sich die Grünen da nicht auf unsere Seite gestellt und die Bebauung im großen Stil abgelehnt haben. Erst jetzt, kurz vor der Wahl kommen sie uns entgegen. Mir fehlt da das Vertrauen. Inzwischen tun die Grünen so, als wäre ein Passivhaus besser als ein Baum, den man dafür fällt.

Kommunalwahl 2021: Nicht nur Grünflächen auf der Agenda der Gartenpartei in Frankfurt

Wofür steht die Gartenpartei noch?

Bezahlbarer Wohnungsbau liegt uns sehr am Herzen, ein Baulandbeschluss für Wohnungsgenossenschaften auf versiegelter Fläche – und Bürgerbeteiligung. Man kann zum Beispiel die Stadtverordnetenversammlung live im Internet mithören, aber nicht später abrufen. Die Ausschusssitzungen werden gar nicht übertragen. Was die Stadt an Bürgerbeteiligung bietet, ist zum Lachen. Hier ist eine ganze Bürgerinitiative im Nordend für die Grüne Lunge, die wird einfach übergangen.

Wie lässt sich der Konflikt zwischen wachsender Stadtbevölkerung und Schutz der Stadtnatur lösen?

Wir brauchen eine Abkehr von dem Glauben, dass Frankfurt um 100.000 Einwohner wachsen muss. Die Diskussion darüber wird von Josef, wurde auch schon von Cunitz verweigert ...

... dem Planungsdezernenten und seinem Vorgänger ...

... für die ist das Naturgesetz, man kann daran nichts ändern. München zeigt, dass es anders geht: Da werden Behörden ausgelagert aus der Stadt. Wer will, hat dort niedrigere Mieten und ein besseres Leben. Hier heißt es immer nur Wachstum, Wachstum, Wachstum, ohne das kritisch zu hinterfragen. Es ist schrecklich, wenn man da zuhört.

Gartenpartei: Spitzenkandidat Schwichtenberg über die Ziele bei der Kommunalwahl

Ist der Name Gartenpartei für Ihre Ziele nicht zu klein gedacht?

Ich antworte darauf immer: Sind wir nicht alle in einem großen Garten? In Magdeburg hat die Gartenpartei mit diesem Namen 4,2 Prozent geholt. Das wollen wir hier auch. Wir wollen mindestens drei Sitze, um eine Fraktion zu stellen. Es ist nicht entscheidend, wie die Firma heißt – inhaltlich muss sie überzeugen. (Interview: Thomas Stillbauer)

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