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Kan-Wa Tang ist SPD-Mitglied und kandidierte im März für Ökolinx.
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Kan-Wa Tang ist SPD-Mitglied und kandidierte bei der Kommunalwahl im März für Ökolinx.

Kommunalwahl in Frankfurt

Frankfurter SPD-Mitglied fliegt wegen Kandidatur für Ökolinx fast aus seiner Partei

  • Georg Leppert
    VonGeorg Leppert
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SPD-Mitglied Kan-Wa Tang trat bei der Kommunalwahl in Frankfurt für Ökolinx an. Deswegen fliegt er fast bei seiner Partei raus. Doch am Ende darf er doch bleiben.

Frankfurt – Die wichtigste Nachricht zuerst: Kan-Wa Tang darf aller Voraussicht nach Mitglied der SPD bleiben. Das ist wichtig für den Lehrbeauftragten an der University of Applied Sciences in Frankfurt, denn der 31-Jährige bewirbt sich bei der SPD-nahmen Friedrich-Ebert-Stiftung um ein Promotionsstipendium. Dafür muss man zwar nicht Mitglied der Sozialdemokraten sein. Ein laufendes Parteiausschlussverfahren würde sich in der Bewerbung aber nicht gut machen. Und dass Tang die SPD verlassen muss, wurde durchaus überlegt.

Der Grund: Tang hat am 14. März bei der Kommunalwahl kandidiert. Allerdings nicht für die SPD, sondern für Ökolinx. Dabei handelt es sich nicht um eine Partei, sondern um eine Wählervereinigung. Und Tang stand so weit hinten auf der Liste, dass er keine Chance hatte, in den Römer einzuziehen – und auch nicht in den Ortsbeirat 7, für den er ebenfalls kandidierte. Dennoch verstieß er mit seiner Bewerbung gegen die Satzung der SPD, wie Kaweh Mansoori, Vorsitzender der SPD Hessen-Süd, im Gespräch mit der FR sagt.

Kommunalwahl Frankfurt: SPD-Sitzungsleiterin Busch fragte, ob Tang einen deutschen Pass habe

Dass Kan-Wa Tang überhaupt für Ökolinx kandidierte, hat durchaus mit der SPD zu tun, denn der Lehrbeauftragte, der sich unter anderem mit Antisemitismus im Fußball beschäftigt, hat sich über die Sozialdemokraten geärgert. Im September vorigen Jahres wollte er sich vom SPD-Ortsverein Hausen zum Delegierten für die Abstimmung über den Bundestagskandidaten 182 wählen lassen. Tang wurde Ersatzdelegierter, was in Ordnung für ihn war. Nicht in Ordnung war für ihn das Verhalten von Sitzungsleiterin Ursula Busch, die auch Fraktionschefin der SPD im Römer ist. Busch habe ihn vor der ganzen Versammlung gefragt, „ob ich denn einen deutschen Pass hätte“. Tang wirft Busch deshalb Rassismus vor.

Im Gespräch mit der FR weist Busch diese Darstellung entschieden zurück. „Ich lasse mir nicht Rassismus unterstellen“, sagt sie. Sie habe Tang gefragt, ob er alle Voraussetzungen für die Kandidatur erfülle – also auch, ob er Deutscher sei. Das habe sie aber nicht vor der Versammlung getan, sondern im leisen, direkten Gespräch mit ihm. Die Frage sei nötig gewesen, da sie Tang zuvor nicht gekannt habe. Vor einigen Jahren habe die SPD schon mal eine Wahl wiederholen müssen – weil jemand abgestimmt habe, der nicht stimmberechtigt gewesen sei.

Frankfurt: Kein SPD-Rausschmiss, da Tang nicht gewählt wurde

Busch und Tang haben sich jedenfalls seit September einige E-Mails geschrieben, die alles andere als freundlich waren. Tang war wütend und als er las, dass Ökolinx-Spitzenkandidatin Jutta Ditfurth Leute aus dem Ortsbezirk 7 für die Kandidatur sucht, meldete er sich. Da Ökolinx keine Partei ist, „dachte ich, das sei okay für die SPD“, sagt Tang.

War es nicht, wie er jetzt weiß. Vor einigen Tagen sagte ihm jemand aus seinem Ortsverein, er werde aus der SPD ausgeschlossen. Doch Mansoori stellt klar: Den Rausschmiss hätte es nur gegeben, wenn Tang gewählt worden wäre. So bleibe es bei einer Ermahnung – und damit dürften alle Beteiligten leben können. (Georg Leppert)

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