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Nur noch die Fassade des Diakonissen-Krankenhauses an der Holzhausenstraße ist übrig geblieben.

Kommentar

Für die Denkmalpflege in Frankfurt  ist Rückgrat nötig

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Denkmalpflege in Frankfurt braucht eine Politik mit Rückgrat, die sie verteidigt. Der Kommentar.

Im Jahre 2017 hielt Planungsdezernent Mike Josef (SPD) seine Antrittsrede bei der Jahrespressekonferenz des städtischen Denkmalamtes. Neue, erstaunliche Töne waren da zu hören. Josef stellte unverblümt fest, die Denkmalpflege gerate in der wachsenden Stadt unter den wirtschaftlichen Druck privater Investoren.

Zwei Jahre später trifft diese Analyse mehr denn je zu. Die Denkmalpflege tut sich schwer damit, die 8000 geschützten Bauwerke der Stadt gegen eine wirtschaftliche Dynamik zu verteidigen, die gerne aus dem Weg räumt, was ihr im Weg steht. Bundesweite Berühmtheit erlangte das traurige Fassadengerippe, das vom denkmalgeschützten Bundesrechnungshof an der Berliner Straße übrigblieb.

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Lesen Sie dazu den Bericht: Stadt Frankfurt ordnet die Denkmalpflege

Auch der Umgang der Europäischen Zentralbank mit der alten Großmarkthalle im Ostend bleibt eine Niederlage des Denkmalschutzes.

Das braucht die Denkmalpflege in Frankfurt vor allem: eine Politik mit Rückgrat, die sie verteidigt. Und die nicht sofort einknickt vor Kapitalinteressen.

Es bleibt ein Widerspruch mit Brisanz, dass die Stadt Frankfurt sich einerseits für 200 Millionen Euro die Rekonstruktion einer 1944 untergegangenen Altstadt leistet. Und andererseits immer wieder originale historische Bausubstanz opfert.

Man darf auf die nächsten Nagelproben gespannt sein, die Planungsdezernent Josef unweigerlich ins Haus stehen.

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