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Die Zukunft des Botanischen Instituts ist ungewiss und wird derzeit diskutiert.

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Ex-Botanisches Institut  in Frankfurt wird zum Ärgernis

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Der Streit um die Areale des ehemaligen Botanischen Instituts ist ein Ärgernis. Leidtragende sind Menschen, die eine Wohnung suchen.

Man muss sich nur die Fakten noch einmal vor Augen führen, um richtig verdrossen zu werden. Seit mehr als fünf Jahren vergammeln jetzt Flächen in Frankfurt in bester, grüner, innenstadtnaher Lage. Auf den Arealen des ehemaligen Botanischen Instituts der Goethe-Universität sollte ein gemischtes neues Quartier entwickelt werden: Wohnungen, Unterkünfte für Studierende, eine Grundschule, eine Kita.

Für all das besteht in der rasch wachsenden größten Stadt Hessens dringender Bedarf. Doch der schwarz-grünen Landesregierung und dem Frankfurter Magistrat aus CDU, SPD und Grünen gelingt einfach keine Verständigung. Im Gegenteil: Man bekämpft und beharkt sich mit gegenseitigen, sehr kleinlichen Vorwürfen, die beider Seiten eigentlich unwürdig sind.

Es ist ein politisches Ärgernis. Seine Leidtragenden sind Menschen, die eine Wohnung suchen, ebenso wie Studierende, die keine Bleibe finden, und die Eltern, die dringend einen Kita-Platz brauchen. Sie alle dürften überhaupt kein Verständnis für die Posse haben, die Stadt und Land da aufführen.

Die Position von Planungsdezernent Mike Josef (SPD), die öffentliche Hand könne auf den Filet-Grundstücken nicht als Bauherr teurer Eigentumswohnungen auftreten, ist nachvollziehbar. Menschen, die auf dem freien Wohnungsmarkt in Frankfurt nicht mehr mithalten können, wäre das nicht zu vermitteln.

Es müsste beiden Seiten möglich sein, sich rasch auf Mietwohnungen, Schule, Studierendenwohnplätze zu verständigen. Beim Erlös für die Grundstücke müssen Stadt und Land Abstriche machen. Das warnende Beispiel der Flächen des Alten Polizeipräsidiums in Frankfurt, bei dem ein Bieterwettbewerb des Landes die Kaufpreise in die Höhe trieb, ist noch jung.

Stattdessen sollten Land und Stadt sich schnell auf einen gemeinsamen städtebaulichen Wettbewerb für die Fächen am Palmengarten einigen. Öffentlicher Beifall wäre ihnen gewiss.

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