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Frankfurt: Koalition will smarte Beleuchtung

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Von: Florian Leclerc

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In der Wallanlage nahe dem Bürgergarten gibt es bereits smarte Laternen.
In der Wallanlage nahe dem Bürgergarten gibt es bereits smarte Laternen. © Peter Jülich

Die Koalition in Frankfurt setzt auf Straßenlaternen mit Sensoren, die den Verkehr zählen und den Parkraum überwachen sollen.

Während sich die Umrüstung der etwa 4000 Gaslaternen auf elektrische Leuchten und LED-Lampen um etwa zwei Jahrzehnte auf die 2040er Jahre nach hinten verschiebt, will die Koalition im Römer nun mit Priorität smarte Beleuchtung fördern.

Die Koalition aus Grünen, SPD, FDP und Volt im Römer beschloss am Montagabend im Verkehrsausschuss einen Antrag, laut dem die smarten Laternen „möglichst schnell“ zum Standard werden sollen. Der Arbeitsauftrag an den Magistrat wurde allerdings recht vage formuliert. Der Magistrat soll zunächst prüfen und berichten, wo ein Einsatz von smarten Laternen sinnvoll sei und mit welchen Sensoren sie ausgestattet werden könnten.

Ökolinx: Kontroll- und Überwachungsgesellschaft

Kristina Luxen (SPD) lobte den Antrag der Koalition. „Die Digitalisierung hat Vorteile, auch im Hinblick auf das Ökologische.“ Die smarten Lampen gingen von selber an und wieder aus. Das spare Energie.

Manfred Zieran (Ökolinx) sah es kritisch. „Positiv ist die Umrüstung von Gaslaternen auf LED-Technik, weil das Energie spart. Mit dem neuen Zauberwort „Smart City“, ich nenne es „Dumb City“, dumme Stadt, bekommen wir eine Kontroll- und Überwachungsgesellschaft wie in der Volksrepublik China. Das möchte ich nicht.“ Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) freute sich über den Antrag der Koalition. Die Umrüstung der Gaslaternen auf Stromleuchten hatte er 2014 auf den Weg gebracht.

2018 wurden in Frankfurt bereits 22 smarte Straßenlaternen installiert. Sie stehen in der Wallanlage am Eschenheimer Tor nahe des Bürgergartens. Die Laternen sind bei Dunkelheit gedimmt, wenn ein Mensch vorbeiläuft, werden sie hell. Außerdem können sie Passanten zählen, aber ohne Videotechnik. Laut Mainova sparen sie bis zu 20 Prozent Strom im Vergleich zu Laternen ohne Dimmer. Das Stromsparpotenzial hänge allerdings davon ab, wie viele Menschen dort unterwegs seien, sagte die Sprecherin.

Die Koalition will vom Magistrat in Erfahrung bringen, welche Umweltdaten durch die Sensoren erhoben werden könnten, und ob damit der ruhende Verkehr besser überwacht werden könne, etwa bei Überschreitung der Höchstparkdauer oder bei Falschparken. Auch soll der Magistrat berichten, ob sich das Verkehrsaufkommen nach den jeweiligen Arten - zu Fuß, auf dem Rad, im Auto - ermitteln lassen kann. Von den smarten Laternen erwartet die Koalition einen positiven Einfluss auf Mensch und Tier, die unter zu viel Licht in der Nacht litten. Die smarten Laternen könnten „Messpunkte für Stadtklima, Verkehrsintensität oder Lärmemission“ werden. Dies sei ein Schritt in Richtung Smart City.

In Frankfurt gibt es etwa 70 000 Straßenlaternen. Zwei Drittel sind jünger als 20 Jahren. Einige Tausend Laternen haben LED-Beleuchtung. Die Umrüstung der 4000 Gaslaternen auf Stromleuchten, teilweise mit LED-Technik, dauert beim derzeitigen Tempo noch bis 2046 - statt bis 2025, wie einst von der Stadt geplant. Hintergrund sind geringe Mittel im Haushalt. Für die Umrüstung der Gaslaternen wurden 59 Millionen Euro veranschlagt, doch pro Jahr werden nur 2,5 Millionen Euro bereit gestellt. Dennoch hält die Koalition fest: „Die Umrüstung von Laternen von Gas- auf LED-Technik ist aus ökologischen und haushalterischen Gründen geboten.“

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