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Frankfurt: Koalition streitet über Multifunktionsarena

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    Fabian Scheuermann
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CDU und Grüne setzen trotz des Absprung eines Bieterkonsortiums auf den Bau einer Multifunktionshalle am Kaiserlei.

Nachdem das Bieterkonsortium Langano es versäumt hat, ein finales Angebot für den Bau einer Multifunktionshalle am Kaiserlei einzureichen, streitet die Koalition im Frankfurter Römer über das weitere Vorgehen. Anders als die SPD-Fraktion, die am Mittwoch dafür warb, nun „mit Volldampf“ an den Bau der Halle „The Dome“ am Flughafen zu gehen, halten CDU und Grüne an den Plänen für eine Arena an der Stadtgrenze zu Offenbach fest.

Natascha Kauder, sportpolitische Sprecherin der Grünen im Römer, signalisiert Sportdezernent Markus Frank (CDU) volle Unterstützung für erneute Gespräche mit der Anschütz-Gruppe, die als Zweitplatzierte aus dem Bieterverfahren für das Areal am Kaiserlei hervorgegangen war. „Ziel war und ist es, den Sport und den Veranstaltungsort Frankfurt und die Nähe zu Offenbach zu fokussieren“, sagt Kauder. Schon das spreche gegen die Halle „The Dome“, die die Katz Group gern am Flughafen errichten würde.

Die CDU-Fraktion stellt sich hinter ihren Dezernenten Markus Frank. Auch sie sei davon ausgegangen, dass sich die Verhandlungen mit Langano auf der Zielgerade befänden, sagt die sportpolitische Sprecherin Sybill Meister. Die CDU im Römer sei offen für Gespräche mit dem zweiten Bieter, aber auch für Konzepte, die andere Bewerber präsentieren könnten. Den möglichen Bau einer Halle am Flughafen erwähnt die CDU mit keinem Wort. Anders als die SPD sieht sie keine unüberwindbaren Planungshindernisse, die gegen den Bau einer Arena am Kaiserlei sprächen.

FDP: Investor Katz Chance geben

Die FDP im Römer fordert die Stadt dagegen auf, das Kapitel Kaiserlei abzuschließen und dem Investor Katz eine Chance zu geben, wie das auch SPD und Linke fordern. Die jetzt angekündigten neuen Verhandlungen mit dem zweiten Bieter führten nur zu weiteren jahrelangen Verzögerungen, sagt der sportpolitische Sprecher der FDP, Michael Bross.

Franks Büroleiterin Andrea Brandl betont im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau, dass es durchaus im Interesse der Stadt wäre, wenn am Flughafen eine Multifunktionsarena mit guten Spielkonditionen für die Vereine entstehe. Der Ball liege allerdings bei Fraport und der Katz Group. Zudem gebe es viele offene Fragen und Hürden zu überwinden.

Offenbachs Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) möchte sich noch nicht in die Diskussion einmischen. Zwar habe er das Projekt am Kaiserlei „immer wohlwollend begleitet“ – doch sei es im Sinne guter Nachbarschaft geboten, „dass wir jetzt erst mal einen Moment abwarten, wie sich Frankfurt zu diesem Thema sortiert“. Ganz andere Töne schlägt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Offenbacher Stadtparlament, Tobias Dondelinger, an: „Wäre ne Schande gewesen, wenn die wertvollen Gewerbeflächen am Kaiserlei für nen fetten Parkplatz draufgegangen wären.“ Es sei daher eine „gute Nachricht für Offenbach“, wenn keine Arena am Kaiserlei kommt.

Von Christoph Manus und Fabian Scheuermann

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