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Frankfurt: Klinikpersonal fordert Entlastung

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Von: Steven Micksch

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Auf der Kundgebung am Universitätsklinikum fordern viele Angestellte mehr Personal zur Entlastung.
Auf der Kundgebung am Universitätsklinikum fordern viele Angestellte mehr Personal zur Entlastung. © Peter Jülich

Die Mitarbeitenden des Universitätsklinikums Frankfurt demonstrieren für einen Tarifvertrag Entlastung. Bald wird verhandelt und Mitarbeitende anderer Kliniken prophezeien, dass es einen langen Atem braucht.

Schätzungsweise 150 Demonstrierende ziehen am Freitagabend den Theodor-Stern-Kai entlang in Richtung Friedensbrücke bis zum DGB-Gewerkschaftshaus. Sie haben Rasseln, Klatschen und Fahnen von Verdi und anderen Organisationen dabei. Laut ertönt es: „Die ist eine Kampfansage an die Arbeitgeber und die Landesregierung.“ Die Protestierenden wollen ihre Forderung nach einem Entlastungs-Tarifvertrag für das Uniklinikum Frankfurt in die Stadt hinaustragen.

Genau das hatten mehrere Redner:innen Minuten zuvor am Klinikum gefordert. So wie Axel Gerntke, hessischer Landespolitiker für die Linke und Teil des Frankfurter Bündnisses für mehr Personal im Krankenhaus, zu dem sich mehrere Organisationen formiert haben. „Die Forderungen von Verdi im Tarifvertrag sind Forderungen im Sinne aller Frankfurterinnen und Frankfurter“, sagte Gerntke. Schließlich sei jeder potenzielle Patientin oder Patient.

Franka, die in der Dialyse am Klinikum arbeitet, sagt, dass es nicht nur um zu wenig Personal gehe, sondern auch um mehr Belastung und gestiegenen Aufwand bei der täglichen Arbeit. Viele kämen an ihre Grenzen. Es müsse das Ziel sein junge Menschen langfristig im Beruf zu halten. „Dafür braucht es aber bessere Arbeitsbedingungen.“

In ganz Deutschland fordern Unikliniken gerade einen Tarifvertrag Entlastung. In Nordrhein-Westfalen sind es sechs Kliniken, die in Münster ist seit 50 Tagen im Streik. Auch von dort gab es eine solidarische Grußbotschaft.

Julia Stange bringt nicht ganz so entfernte Grüße aus Mainz mit. Dort hat man bereits einen entlastenden Tarifvertrag erkämpft, der vielen Abteilungen bereits Besserung gebracht habe. „Es braucht einen langen Atem“, warnt sie die hiesigen Beschäftigten. Man dürfe sich in Verhandlungen nicht aufspalten lassen, sondern müsse als ein Betrieb kämpfen. Dann könne es wieder Freizeitausgleich statt bezahlter Überstunden geben. „Freizeit ist unbezahlbar. Das kann man mit Geld nicht aufwiegen.“

Ein Gewerkschaftsmitglied der Sana-Kliniken in Offenbach kündigt an, dass man die Frankfurter Forderungen diskutieren werde und in die nächste Tarifrunde übernehmen wolle.

Am Ende der Reden und vor der Demo übergibt Georg Schulze, Landesfachbereichsleiter Gesundheit bei Verdi, noch eine Zusammenfassung der Forderungen an Jürgen Graf, den ärztlichen Direktor am Klinikum. Graf freue sich auf die Verhandlungen, die am 30. Juni beginnen. Auch er wünsche sich gesunde und motivierte Mitarbeitende.

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