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Das Elisabethen-Krankenhaus hat wirtschaftliche Defizite. Der Träger schließt einen Verkauf nicht aus.

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Klinikbetreiber in Frankfurt ist insolvent

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Das Elisabethen-Krankenhaus hat wirtschaftliche Defizite. Der Träger schließt einen Verkauf nicht aus.

Das Elisabethen-Krankenhaus ist eine von vier Kliniken des Betreibers Katharina Kasper Via Salus, die wirtschaftliche Defizite aufweisen. Das teilte die Gesellschaft am gestrigen Freitag auf einer Pressekonferenz mit. Zunächst war immer nur von mehreren Standorten ohne konkrete Namen gesprochen worden. Nach Aussagen des Via-Salus-Sanierungsgeschäftsführers Reinhard Wichels seien vier Standorte – Frankfurt, Dernbach, Wesseling und Zell – defizitär. Einzig der Standort Düsseldorf arbeite kostendeckend.

Der Betreiber aus Rheinland-Pfalz hatte Anfang der Woche beim Amtsgericht Montabaur Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Das Gericht stimmte dem zu und setzte den Kölner Rechtsanwalt Rainer Eckert als Sachwalter während der Insolvenz ein. Reinhard Wichels geht davon aus, dass in den vier defizitären Krankenhäusern der Gruppe binnen zwölf oder 24 Monaten insgesamt wieder ausgeglichene Ergebnisse erzielt werden könnten. Den gesamten Fehlbetrag von Via Salus im Jahr 2018 bezifferte der Sanierungsexperte mit zwölf bis 20 Millionen Euro.

Aktuell sei man in einem noch sehr frühen Stadium der Prüfung. Somit seien auch Verkäufe nicht ausgeschlossen. Es gebe „eine ganze Menge von Interessenten“, sagte Wichels. Die Frage, ob es auch zu Schließungen bei den Kliniken kommen könnte, beantwortete er mit: „Ich glaube es nicht.“

In Frankfurt sind neben dem Elisabethen-Krankenhaus auch die dort angesiedelten geriatrische Tagesklinik und das medizinische Versorgungszentrum sowie das Seniorenzentrum Josefshaus und die Krankenpflegeschule Katharina Kasper betroffen. Frankfurt ist der einzige Standort des Betreibers in Hessen.

Das hessische Gesundheitsministerium stehe in engem Kontakt mit Via Salus, sagte der für Krankenhäuser zuständige Referatsleiter Jochen Metzner auf Nachfrage der FR. Die Fallzahlen und die Leistungsentwicklung seien seit zwei Jahren kontinuierlich nach unten gegangen. Die wirtschaftliche Schieflage sei somit nicht vollkommen überraschend. Das Elisabethen-Krankenhaus biete 300 Betten, ein Wegfall könnten andere Krankenhäuser kompensieren. Aktuell gibt es 5800 Krankenhausbetten in Frankfurt. Die Stadt habe immer noch zu viele Kliniken – das Ministerium fordert seit Jahren Zusammenschlüsse.

Frühere Insolvenzen anderer hessischer Krankenhäuser hätten gezeigt, dass eine Insolvenz nicht zwanghaft zu einer Schließung führe. Häufig sei es zu Verkäufen an andere Träger gekommen.

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