Gesundheit

Frankfurt: Klinik Friedrichsheim zieht auf Zentralcampus

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Das Land bereitet die Integration der Orthopädie in den Uniklinik-Betrieb vor. Die Nachnutzung des Areals am Niederräder Ufer ist noch offen.

Die Orthopädische Universitätsklinik Friedrichsheim soll mit der Universitätsklinik Frankfurt verschmelzen. „Mittelfristig“ soll die Einrichtung mit ihren rund 90 Betten, 250 Mitarbeitern und rund 4000 stationären Fällen pro Jahr vollständig in die Anstalt des öffentlichen Rechts integriert werden, lautet die Auskunft aus dem Wissenschaftsministerium.

Die Zugehörigkeit müsse jetzt rechtlich umgesetzt werden, sagt Sprecher Volker Schmidt. Voraussetzungen und Rahmenbedingungen würden derzeit geprüft. Die Planung der „baulichen Integration“ auf dem Zentralcampus der Uniklinik Frankfurt sei bereits angestoßen. Wann ein Umzug dorthin erfolge, hänge auch von der Großbaustelle in Niederrad ab: „Die Umsetzung steht in Abhängigkeit zu anderen laufenden Baumaßnahmen auf dem Campus Niederrad, so dass noch keine verbindlichen Terminaussagen möglich sind“, so der Sprecher. Parallel zu den Vorbereitungen liefe die Entwicklung von Nachnutzungskonzepten für die derzeitige Liegenschaft an der Marienburgstraße am Niederräder Ufer.

3,5 Millionen Euro soll die Uniklinik in diesem Jahr für die „tatsächliche und rechtliche“ Eingliederung erhalten. Nachzulesen ist dies in einem Änderungsantrag von CDU und Grünen zum Haushaltsjahr 2020. Demnach handelt es sich bei dem Geld um nicht verwendete Mittel des Sanierungszuschusses für Friedrichsheim. Im Wesentlichen fließe es in die Sicherstellung und den Umzug der IT-Ausstattung.

Mit der Integration ist der Fortbestand der orthopädischen Versorgung in Niederrad unter staatlicher Regie gesichert. Wegen wirtschaftlicher Probleme stand diese vor fünf Jahren auf der Kippe.

Lange Tradition

Friedrichsheim blickt auf eine lange Tradition zurück. 1914 hatte der „Verein für Krüppelfürsorge“ die Einrichtung eröffnet, die eigentlich für Wiesbaden geplant war. Anlass war die zunehmende Bedeutung moderner orthopädischer Behandlungsmethoden und das Ergebnis der ersten amtlichen „Krüppelzählung“ in Preußen im Jahr 1906. Diese hatte eine große Anzahl junger Menschen mit körperlichen Behinderungen offenbart, denen durch ärztliche Behandlung geholfen werden sollte. 1974 erfolgte die Umwandlung des Vereins zur Stiftung. 2007 wurden Klinik samt Schule für Physiotherapie in die „Orthopädische Universitätsklinik Friedrichsheim gGmbH“ übergeleitet – als Tochtergesellschaft der Uniklinik. Im Herbst 2015 häuften sich Berichte, wonach der defizitäre Betrieb privatisiert werden sollte.

Schon drei Jahre zuvor war die expansionsfreudige private Hochschule Fresenius mit ihrem Fachbereich Gesundheit und Soziales auf den Campus Marienburgstraße gezogen.

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