Attac-Aktivisten protestieren auf der Hauptwache für eine andere Klimapolitik.
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Attac-Aktivisten protestieren auf der Hauptwache für eine andere Klimapolitik.

Protest

Frankfurt: Den Klimawandel nicht vergessen

  • Hanning Voigts
    vonHanning Voigts
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Das Netzwerk Attac veranstaltet in Frankfurt eine Mahnwache für eine andere Klimapolitik und grenzt sich zugleich von den bundesweit wachsenden „Hygiene-Demos“ ab.

Das Banner, mit Farbe auf Tapete gemalt, ist viele Meter lang. Neun Menschen werden gebraucht, um es in die Höhe zu halten. „Gegen die Klimakatastrophe hilft kein Impfstoff“, steht darauf. „Wir müssen sie selbst heilen.“ Knapp 20 Aktivistinnen und Aktivisten des globalisierungskritischen Netzwerks Attac haben sich am Samstag pünktlich um 12 Uhr auf der Hauptwache versammelt, um darauf hinzuweisen, dass der Klimawandel trotz der Coronavirus-Pandemie nicht verschwunden ist. Sie halten Abstand voneinander und tragen allesamt Mundschutz.

„Wir wollen auf das in Corona-Zeiten verdrängte Klimaproblem aufmerksam machen“, sagt Dirk Friedrichs, der die kleine Mahnwache angemeldet hat. Man könne darauf hoffen, dass es irgendwann einen Impfstoff gebe und die Pandemie zum Erliegen komme. Bei der Klimapolitik helfe Hoffen und Warten dagegen überhaupt nicht, so Friedrichs. „Wir können uns nicht darauf verlassen, dass die Politik handelt, wir müssen selbst aktiv werden.“

Aufruf zu Protesten

Gleichzeitig wolle man auch gegen die massiven Einschränkungen der Versammlungsfreiheit protestieren, die es in den letzten Wochen gegeben habe, sagt Friedrichs. „Das Demonstrationsrecht darf nicht eingeschränkt werden, es darf höchstens gewisse Auflagen geben.“ Wenn die Pandemie ausgestanden und Hygieneauflagen nicht mehr sinnvoll seien, müsse man darauf achten, dass alle Einschränkungen restlos zurückgenommen würden.

Anne Hoffmann, die an der kleinen Protestaktion teilnimmt, sagt, dass der Klimawandel letztlich eine größere Gefahr sei „als die Bedrohung durch Corona“. Sie wolle, dass der Wiederaufbau von Wirtschaft und Gesellschaft am Klimaschutz orientiert werde. Und sie habe bereits Sorge, dass wieder Unmengen an Wirtschaftshilfen in klimaschädliche Industrien gepumpt würden, „auf Kosten des Steuerzahlers“.

Lutz Ehler-Burghardt, ein weiterer Attac-Aktivist, hofft darauf, dass der politische Diskurs in der nächsten Zeit wieder etwas Fahrt aufnimmt. Die Leute sollten sich wieder auf die Straße trauen, etwa für den Klimaschutz, sagt er – natürlich unter Beachtung des Infektionsschutzes. „Es geht, man kann seine Meinung äußern. Viele sollten das jetzt wieder tun.“

Zugleich sorgt Ehler-Burghardt sich wegen der „Hygiene-Demos“, die derzeit bundesweit Zulauf haben. Wer sich wie Attac auf die Straße stelle, laufe Gefahr, mit dieser inhaltlich eher diffusen und zu Verschwörungstheorien neigenden Bewegung verwechselt zu werden. „Wir protestieren hier nicht generell gegen den Shutdown“, sagt Ehler-Burghardt. „Wir haben nichts zu tun mit dieser Querfront, die das Unbehagen an Einschränkungen damit vermischt, sich gegen sinnvolle Maßnahmen zu richten.“

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