1. Startseite
  2. Frankfurt

Frankfurt: Klimaentscheid braucht Verstärkung

Erstellt:

Von: Thomas Stillbauer

Kommentare

Frankfurt 22.08.21 Gestern Abend gegen 20:30 auf der Höhenstraße Ecke Berger Straße: Starkregen bildet vorübergehenden See .
Frankfurt 22.08.21 Gestern Abend gegen 20:30 auf der Höhenstraße Ecke Berger Straße: Starkregen bildet vorübergehenden See . © Monika Müller

Für den Bürgerentscheid will die Frankfurter Initiative im neuen Jahr richtig aufdrehen. Leute mit Knowhow sind gesucht.

Kein leichtes Geschäft, das Klima zu retten. Besonders, wenn man’s ehrenamtlich macht, weil das Gefühl überwiegt, die Zuständigen auf dieser Welt kriegen es alleine nicht hin. „Es ist einfach Zeit, Dinge zu verändern“, sagt Feyza Morgül. Deshalb gehört sie der Initiative Klimaentscheid Frankfurt an – und die hat Ende November Anlauf genommen für ein Bürgerbegehren.

Das Ziel: 15 konkrete Forderungen zum Klimaschutz umsetzen, vom Einschränken des CO2-Ausstoßes in der Stadt über das Pflanzen viel mehr neuer Bäume und die Entsiegelung des Bodens bis hin zu einer fuß- und radverkehrsfreundlichen Stadtplanung, die die Straßen auch für Kinder sicher macht.

In den vergangenen Wochen sind die Leute vom Klimaentscheid ausgeschwärmt und haben die ersten der benötigten Unterschriften gesammelt. Mit Zahlen sind sie bislang zurückhaltend. Weder auf eine Zielgröße wollen sie sich festlegen – die Rede ist von einer Zahl zwischen 15 000 und 20 000 Unterschriften, damit aus dem Bürgerbegehren im nächsten Schritt ein Bürgerentscheid werden kann – noch die Menge der bisher gesammelten Autogramme verraten. „Wir wissen es selbst nicht“, sagt Feyza Morgül. „Wir wollen erst im Januar zählen.“ Auch ein Zeitlimit fürs Sammeln hat sich die Gruppe nicht gesetzt.

Momentan geht es dem Klimaentscheid vor allem darum, weitere Mitstreiterinnen und Mitstreiter zu gewinnen. „Es ist anstrengend“, sagt Morgül. Das Kernteam führe viele Gespräche, mache Pläne, organisiere alles. Nötig sei jetzt nicht so sehr, weitere Sammelstellen zu schaffen; es gibt mehr als 20, von Sachsenhausen bis Bonames, von Rödelheim bis Fechenheim. Momentan sei es wichtiger, Leute zur Mitarbeit zu motivieren, die sich darauf verstehen, die gesteckten Ziele des Klimaentscheids zu erreichen. „Wir haben zwei Handvoll Menschen, die sich auskennen“, sagt Morgül. „Für normale Bürgerinnen und Bürger, die sich alles draufschaffen müssen, ist es einfach zu viel.“ Motivierend sei es durchaus, wenn Sympathisant:innen immer wieder sagten: „Cool, dass ihr das macht!“ Aber es bringe das Ganze auch nicht direkt weiter. Zu den Sympathisantinnen zählt übrigens auch die Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne). Sie unterstütze die Ziele des Klimaentscheids, betonte ihre Sprecherin jüngst im Gespräch mit der FR.

Dass vieles wegen der Pandemie im Internet laufen muss, macht die Mobilisierung der Bevölkerung für den Klimaschutz nicht gerade leichter, hat die Initiative festgestellt. Andersherum ist es aber auch nicht möglich, die Unterschrift fürs Bürgerbegehren im Netz zu leisten wie etwa bei einer Onlinepetition. Aber wer helfen will, kann das Formular aus dem Internet herunterladen, unterschreiben, weitere Unterstützer suchen und die Seite dann an einer der Sammelstellen abgeben.

In diesem Jahr geht es mit frischen Kräften weiter. Und wenn die nötigen Unterschriften gesammelt sind, um den Bürgerentscheid anzusteuern, „dann starten wir noch mal einen ganz anderen Wahlkampf“.

Alle Informationen , die Ziele des Klimaentscheids und die Unterschriftenliste zum Herunterladen gibt es online unter klimaentscheid-frankfurt.de

Auch interessant

Kommentare