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Rund 300 Klimaaktivisten haben am Freitagnachmittag die Friedberger Landstraße blockiert.

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Frankfurt: Klimaaktivisten legen Verkehr lahm

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300 Klimaaktivisten legen den Verkehr auf der Friedberger Landstraße lahm. Wer mit einem Verkehrschaos im Rest der Stadt gerechnet hatte, erlebte eine Überraschung.

So also sieht es aus, wenn Frankfurt einmal für zwei Stunden Luft holt: Menschen in weißen Maleranzügen legen sich auf die Friedberger Landstraße und formen mit ihren Körpern den Schriftzug „Lasst Frankfurt aufatmen“. Menschen in orangenen Anzügen singen Lieder, in denen sie dem öffentlichen Personennahverkehr huldigen. Und Menschen in ganz normalen Klamotten sprechen in Reden über zugebaute Frischluftschneisen und viel zu hohe Schadstoffwerte.

Rund 300 Klimaaktivisten haben am Freitagnachmittag die Friedberger Landstraße blockiert, um für saubere Luft und eine viel entschlossenere Umweltpolitik in Frankfurt zu protestieren. Aufgerufen zu der angemeldeten Demonstration hatte ein Bündnis namens Nix NOx (die Bezeichnung orientiert sich an der chemischen Formel für Stickoxide), zu dem Gruppen wie Greenpeace, die Deutsche Umwelthilfe und der Fahrradclub ADFC gehören. Obwohl damit eine der wichtigsten Ausfallstraßen mitten in der Rush Hour für zwei Stunden gesperrt war (zumindest auf der 500 Meter langen Strecke zwischen Friedberger Platz und Glauburgstraße), gab es im Rest der Stadt kein Verkehrschaos. Die Polizei leitete die Autofahrer um, trotzdem bildeten sich etwa auf dem Alleenring nicht mehr Staus als sonst an einem Freitagnachmittag. „Wir hatten keine Probleme“, sagte Polizeisprecher Thomas Hollerbach auf FR-Anfrage.

Zehn Forderungen hatte das Bündnis für die Demonstration aufgestellt. Sie reichten von einem Luftreinhalteplan, mit dem der vorgeschriebene Schadstoffgrenzwert eingehalten wird, über ein Jahresticket für ganz Hessen für 365 Euro (nicht nur für Schüler und Senioren) und die Einführung der City-Maut bis hin zum allgemeinen Postulat „Vorrang für Fuß- und Radverkehr“. Vorgetragen wurden diese Positionen von mehreren Rednerinnen und Rednern vor der Luftmessstation an der Friedberger Landstraße. Der unscheinbar wirkende Kasten am Straßenrand hatte zuletzt durch die Diskussion über Diesel-Fahrverbote an Bedeutung gewonnen. Weil die gemessenen Schadstoffwerte zu hoch sind, drohen diese in Frankfurt weiterhin – zumindest auf einzelnen Straßen.

Für die politische Gruppierung Ökolinx nahm der Stadtverordnete Manfred Zieran an der Demonstration teil. Zieran protestierte nicht das erste Mal auf der Friedberger Landstraße. „Um diese Straße gibt es einen Kampf seit den 80er Jahren“, erinnerte sich der Politiker, der auch im Ortsbeirat 3 sitzt. Seinerzeit sei es darum gegangen, die Zahl der Spuren auf eine zu reduzieren. Das gelang nicht. Dafür wurde die Luftmessstation aufgestellt. Aktuell fordert Zieran, im Abschnitt zwischen Friedberger Platz und Matthias-Beltz-Platz Parkplätze zu streichen. Der gewonnene Platz soll dem Radverkehr zugute kommen.

Wie angekündigt verließen die Aktivisten um Punkt 18 Uhr die Fahrbahn. Die Polizei hob die Sperrungen auf. Bald darauf standen die Autos vor den Ampeln wieder Stoßstange an Stoßstange.

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