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Europäische Schule versus Kleingartenverein: „Werden nicht kampflos aufgeben“

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Von: Boris Schlepper

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In den bedrohten Kleingärten wird um jeden Quadratmeter Beetfläche gekämpft.
In den bedrohten Kleingärten wird um jeden Quadratmeter Beetfläche gekämpft. © Peter Jülich

Gärtnerinnen und Gärtner lehnen Ausgleichflächen für den Bau der Europäischen Schule am Festplatz ab. Es müssten 44 von 105 Parzellen aufgegeben werden.

Frankfurt – Der Kleingartenverein Riederwald, der durch den Bau der Europäischen Schule (ESF) auf dem Festplatz am Ratsweg fast die Hälfte seiner Parzellen verlieren könnte, könnte Ausgleichsflächen im nahen Riederwald erhalten. Das zeigt die Machbarkeitsstudie zur ESF der Europäischen Zentralbank, die Vertreterinnen und Vertretern der für Bornheim und den Stadtteil Riederwald zuständigen Ortsbeiräte 4 und 11 am Donnerstagabend (01. Dezember) vorgestellt wurde.

Demnach könnte die Stadt Frankfurt eine Fläche mitten im Wald direkt neben den Sportplätzen der SG Riederwald am Volgersbrunnenweg für die Kleingärtnerinnen und Kleingärtner zur Verfügung stellen, berichtet Stefan Helming, der für die SPD im Ortsbeirat 11 sitzt. Diese liege derzeit brach und dürfe nicht bebaut werden, da sie bereits als Ausgleichsfläche ausgewiesen worden sei, als der Sportverein vor einigen Jahren einen neuen Kunstrasenplatz erhalten habe, so Helming.

Frankfurt: Europäische Schule oder Gärten?

Das Areal liegt etwa 800 Meter von der Anlage des Kleingartenvereins (KGV) entfernt, wo der Studie zufolge für den Schulbau 44 von 105 Parzellen aufgegeben werden müssten.

Das lehnt dieser ab. Als zusätzliche fünfte Anlage würde der Verein die Fläche im Wald „mit Kusshand“ nehmen, sagt der Vorsitzende Niklas Pauli, nicht jedoch als Ausgleichsfläche. Für den KGV stehe es nicht zur Debatte, Gärten zu opfern, „wir sind nicht verhandlungsbereit“, so Pauli. „Wir werden nicht kampflos aufgeben.“

Europäische Schule Frankfurt: Kleingartenverein will „alle Rechtsmittel ausnutzen“

So nötig, werde der Verein „alle Rechtsmittel ausnutzen“, wodurch sich das Projekt über Jahre verzögern werde. Für die Mitglieder seien die Parzellen nicht einfach ein Stück Land, „für viele ist das eine Art Wohnzimmer“. Auch biete das Areal im Riederwald nur Platz für etwa 21 Gärten. Die Differenz müsse sich der Verein selbst suchen.

Dabei scheinen die Gärten nicht nur für Teile der Schule weichen zu müssen. Quer durch die Parzellen könnte der Studie zufolge auch eine neue Zufahrt von der Straße Am Riederbruch zum Festplatz führen, berichtet der Vorsteher des Ortsbeirats 4, Hermann Steib (Grüne). Über diesen könnte die Fläche zusätzlich erschlossen werden. Die Straße Bornheimer Hang sei schon jetzt häufig überlastet, so Steib. Erschweren werde sich die Situation, sobald das neue Familienbad neben der Eissporthalle fertiggestellt werde.

Frankfurt – Europäische Schule soll 2500 Kindern Platz geben

Er habe der Stadt Frankfurt mit auf den Weg gegeben, zu prüfen, ob mit der neuen Straße auch auf dem Festplatz eine Bushaltestelle eingerichtet werden könne, so der Bornheimer Ortsvorsteher. Bislang habe die Kommune diese abgelehnt, da es keine Wendeschleife für die Busse vor der Eissporthalle gebe. Über diese könnte das Areal mit allen Angeboten jedoch auch besser barrierefrei angebunden werden, sagt Steib.

Die Europäische Schule soll der Machbarkeitsstudie zufolge am Bornheimer Hang dieselbe Höhe wie das im Bau befindliche Schwimmbad erhalten und Platz für 2500 Kinder und 400 Lehrende bieten. Vorgesehen seien eine Grundstufe, Sekundarstufen I und II sowie eine Kinderbetreuung mit Krippe und Hort für Mädchen und Jungen von null bis zwölf Jahren, berichtet Steib.

Europäische Schule Frankfurt: Kleingartenverein schlägt Alternativfläche vor

Angedacht sei eine mehrgeschossige Sporthalle, die in den Abendstunden auch für Vereine aus den Stadtteilen zugänglich sein soll. Ein Kleinspielfeld könnte neben dem Außenring der Eissporthalle errichtet werden.

Der Regionalverband Kleingärtner Frankfurt/Rhein–Main, der einige wenige Vereine vertritt, hat indes eine alternative Fläche für die Europäische Schule vorgeschlagen. So gebe es unweit der EZB an der Kreuzung Gerbermühlstraße/Kaiserlei-Promenade in Oberrad ein freies Grundstück, das sogar größer sei als der Festplatz. Unklar ist dem Verband allerdings, wem das Grundstück gehört. (Boris Schlepper)

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