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Julian Feider (r.) beantwortet die vielen Fragen der Fußballcampteilnehmer. Auch jene zum neuen Videowürfel.

Fußballcamp

Kleine Kicker besuchen Stadion

  • Steven Micksch
    vonSteven Micksch
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Das inklusive Fußballcamp in Sachsenhausen für Kinder mit und ohne Behinderung bietet in diesem Jahr einen besonderen Programmpunkt. Wegen Corona musste das Camp zuvor verschoben werden.

Bei der Frage nach dem Alter von Eintracht Frankfurt müssen die Kinder erst mal länger überlegen. 50 Jahre ist eine Antwort. Das ist zu wenig. 90 Jahre sagt daraufhin ein Junge. Immer noch zu wenig. 1000 Jahre lautet die nächste Antwort. Na ja, ganz so alt dann doch nicht. Schließlich löst der Fragesteller auf: 121 Jahre ist der Verein alt. Da staunen die Kinder nicht schlecht. Der Besuch im Eintracht-Museum samt Stadionführung ist Teil des Programms, das 30 Kinder in dieser Woche im inklusiven Fußballcamp des SV Sachsenhausen erleben.

Zum dritten Mal findet das Camp für Kinder mit und ohne Handicap auf dem Sportplatz des SVS statt. Diesmal kleiner und unter Corona-Bedingungen. „Es waren viele Ängste dabei, ob man es überhaupt macht“, sagt Jürgen Medenbach von der Unternehmensgesellschaft Im-Pulse, die das Camp mitorganisiert. In den Osterferien musste man ein geplantes Camp schon absagen. Doch mit einem speziellen Konzept traute man sich doch an die diesjährige Auflage des inklusiven Fußballcamps heran.

Sieben Kinder mit Handicap sind diesmal dabei, zwei mehr als beim Camp im vergangenen Herbst. Manche haben beispielsweise Autismus, Epilepsie oder Muskelstörungen. Auch die Zahl der Mädchen ist angestiegen, drei trainieren in dieser Woche mit. Eines von ihnen ist die achtjährige Kaan. Sie ist zum ersten Mal im Camp und spielt beim SV Sachsenhausen im Verein. „Offensiver rechter Verteidiger“, betont sie. Vor dem heutigen Tag war sie bereits zweimal im Stadion der Eintracht. „Einmal gegen Mainz und einmal gegen Dortmund.“ Ihr Herz schlägt für die Schwarz-Gelben aus dem Pott. Damals spielte der BVB 2:2 gegen die Eintracht, erinnert sie sich. „War aber ein spannendes Spiel.“ Mindestens genau so gut gefalle ihr auch das Fußballcamp. Es macht einfach Spaß.“

Auch die Kopie des DFB-Pokals von 2018 durften die Kinder bestaunen.

Genau darum geht es, verrät Martin Eisenkrätzer, Zweiter Jugendleiter beim SV Sachsenhausen und Betreuer im Fußballcamp. „In einer Woche produziert man keine Profis“, sagt er. Es gehe um den Spaß und die positive Erfahrung für die Kinder. Egal ob es darum gehe, mal an einem Camp teilzunehmen oder in Kontakt mit Kindern mit einer Behinderung zu kommen. Die Mischung aus Lernen und Vergnügen sei wichtig.

Zur Teilnahme am Camp muss man auch nicht beim SV Sachsenhausen oder überhaupt in einem Verein spielen. Ein gutes Beispiel dafür ist der elfjährige Liam. Er ist Stürmer bei der SG Höchst und macht schon zum dritten Mal im Fußballcamp mit. Zwar kannte auch er das Stadion und das Museum bereits vorher, aber den DFB-Pokal noch mal zu sehen, sei etwas besonderes gewesen. Das gemeinsame Spielen mache ihm am meisten Spaß. „Fußball ist ein Teamspiel“, sagt er.

Für Jürgen Medenbach zeigt das positive Feedback von Kindern und auch Eltern, dass man auf dem richtige Weg ist. Im kommenden Jahr soll es weitere Camps geben, wenn die Corona-Situation es zulässt. Zudem strebt man eine Kooperation mit einer Schule an, um verschiedene Sportarten in der Nachmittagsbetreuung anzubieten.

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