AWO-Skandal

Frankfurt: Klaus Roth verzichtet auf AWO-Posten

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Der designierte Vorstand will einer Aufklärung der Affäre nicht im Wege stehen. Der Bundesverband will zudem alle Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen. Die Prüfungen laufen noch.

Das designierte Vorstandsmitglied Klaus Roth wird nun doch nicht im Vorstandgremium des AWO-Kreisverbands Frankfurt mitwirken. Er verzichtet damit auf den Posten, obwohl sich das Präsidium bereits Mitte vergangenen Jahres für ihn ausgesprochen hatte. „Wir arbeiten gerade intensiv an der Neuaufstellung unseres Verbandes und möchten gestärkt aus der laufenden Krise hervorgehen. Ich habe mich sehr auf die neue Herausforderung gefreut, stelle aber gerne die Bedürfnisse des Verbandes an erste Stelle“, schrieb Klaus Roth in einer Presseerklärung.

Er gehe davon aus, dass die anstehende Kreiskonferenz am 18. Januar die richtigen Entscheidungen treffen werde. Dem wolle er nicht im Wege stehen. Die Delegierten sollten ihre Wahl frei von Zwängen innerhalb und außerhalb des Verbandes treffen können – einzig ihrem Gewissen und dem Wohle des Verbandes verpflichtet, so Roth. Auf der Kreiskonferenz wird das neue Präsidium gewählt, das wiederum den Vorstand bestellt und entlässt. Der Vorstand ist für die Geschäftsführung zuständig.

Unterdessen hat der Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt bekanntgegeben, dass er seine Prüfung der Vorgänge intensiv fortsetze. Erst nach deren Abschluss wolle man über die Ergebnisse informieren, heißt es in einer Pressemitteilung.

In den kommenden Wochen soll es Gespräche mit der Stadt Frankfurt geben, um gemeinsam an der Aufklärung zu arbeiten und „die Situation für diejenigen zu stabilisieren, die vor Ort wichtige Arbeit für die Menschen leisten“, sagt Wolfgang Stadler, Vorstandsvorsitzender des AWO-Bundesverbands. Stadler kündigt an, alle Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen und die AWO in Frankfurt und Wiesbaden unbelastet auf einen neuen Weg bringen zu wollen.

Dazu sollen alle Verträge mit ausgeschiedenen Funktionsträgern geprüft sowie alle Zahlungen aus nicht rechtswirksam abgeschlossenen Verträgen zurückgefordert werden. Personen, deren geschäftliche Interessen ihre Tätigkeit bei der AWO beeinflussten, müssten ihre Mandate aufgeben. Unangemessene Gehaltsstrukturen, Pauschalzulagen und fragwürdige Dienstwagenregelungen müssten beendet werden.

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