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Singen, tanzen, Schilder mit den 17 Zielen zeigen: Textor-Chor auf dem Römerberg.
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Singen, tanzen, Schilder mit den 17 Zielen zeigen: Textor-Chor auf dem Römerberg.

Nachhaltigkeit

Frankfurt: Kinderkonzert fürs Klima

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Die Textorschule singt auf dem Römerberg bewegend über die 17 Nachhaltigkeitsziele. Das Lied geht bereits um die Welt – in vielen verschiedenen Sprachen.

Ein ziemlich großer Kinderchor hat am Montag auf dem Römerberg gesungen. Warum? Felix: „Für die Klimaziele. Die Welt verändert sich gerade sehr stark.“ Marie: „Ohne Natur kann man sterben. Und Bäume haben Sauerstoff.“ Klare Sache. Da müssen wir was unternehmen.

Deshalb sind Marie und Felix aus der Klasse 3c und ungefähr 248 weitere Textorschülerinnen und -schüler angetreten, ein Lied zu singen. Passend zum Klimagipfel in Glasgow. Und los geht’s.

„Welt/Welt in Not“, beginnt die erste Strophe, „Alarmstufe Rot/Wir haben bald Hausverbot.“ Und weiter: „Denn wir/Sind der Grund/Für all das Leid/Ihr wisst Bescheid.“ Wobei logischerweise nicht die Textorschule der Grund für das Leid ist – „wir“ sind natürlich wir alle. Die Menschen.

Den Song „Siebzehn Ziele (Welt in Not)“ hat Textor-Musiklehrer Peter van Ham komponiert. Es geht um die 17 Ziele der Vereinten Nationen zur nachhaltigen Entwicklung, vom Ende der Armut bis hin zur globalen Partnerschaft. Es ist nicht irgendein Schulsong. Van Ham, einst Profimusiker in den USA, hat seine Kontakte genutzt und das Lied um die ganze Welt geschickt.

„Das ist ein so wichtiges Thema, das sollten wir in allen Sprachen verbreiten“, sagt der Musiklehrer. Also gibt es „Siebzehn Ziele“ bereits in Übersetzungen von Freunden aus Arabien, Brasilien, Burkina Faso, Korea – elf Sprachen bisher. Musikerinnen und Musiker aus aller Welt arbeiten mit an dem Lied, zu hören auf www.seventeenglobalgoals.org und vielen Online-Plattformen.

In Frankfurt haben 14 Textor- Klassen das Lied für die Kinderversion eingesungen – nacheinander, wegen Corona – und am Ende wird das Ganze zu einem Chor von 400 Schülerinnen und Schülern zusammengefügt. Die CD erscheint am 10. Dezember.

Keine Armut, keinen Hunger

Jetzt aber volle Aufmerksamkeit für den Römerberg-Chor. Der steht vor dem Gerechtigkeitsbrunnen und vor dem Stand des Vereins Umweltlernen, der das Freiluftkonzert mit anschaulichen Beispielen zum Klimaschutz begleitet. Refrain: „Keine Armut und keinen Hunger/Gesundheit und Lernen in guten Schulen/Gleiche Rechte für alle, weniger Unrecht/Dafür dann in Frieden leben/Gemeinsam müssen wir alles geben.“ Da stecken viele Nachhaltigkeitsziele drin.

Dem Chor gegenüber steht eine sichtlich gerührte Menge aus Eltern und spontanen Fans. Der Chor hat sogar eine schmissige Choreographie einstudiert. Und eine französische Version. Der Auftritt ist gesanglich wie tänzerisch bemerkenswert. So etwas hat der Römer lange nicht erlebt.

„Die Kinder haben enormen Tatendrang“, sagt Schulleiterin Tamara Neckermann. Am wöchentlichen Projekttag „FreiDay“ übten sie das Lied ein, vergaßen auch nicht ihre anderen Themen wie Mülltrennung und Schulgarten und entwickelten ein Gefühl für die Lage. „Es ging uns darum zu zeigen: Wir tun was für die Nachhaltigkeitsziele, und die Kinder können selbst etwas machen“, sagt die Schulleiterin.

Die FR hat noch einige der Hauptpersonen befragt. Deya: „Wir singen, damit arme Menschen nicht auf der Straße leben müssen, damit alle zu essen haben und es allen gutgeht.“ Vida: „Plastik darf man nicht irgendwo hinwerfen, weil es sonst die Tiere essen.“ Clara: „Bienen sind wichtig. Darum haben wir Essen. Kühe sind auch wichtig.“ Max: „Von 2012 bis 2021 war das Klima schon viel zu heiß. So kann es nicht weitergehen. Wir müssen handeln, solange wir noch können.“ Raphael: „Die Menschen müssen einsehen, dass sie zu weit gegangen sind.“ Und die Meinung eines Mädchens: „Eigentlich sollten wir mit der Natur sterben, weil wir so krass mit ihr umgegangen sind.“ Aber vielleicht verzeiht sie uns ja, die Natur, wenn wir jetzt vernünftig werden.

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