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Frankfurt: Kinder-und Jugendtheater auf den Weg gebracht

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Die Stadtverordneten haben die Planung für das Kinder- und Jugendtheater beschlossen. Der Theaterbeirat soll indes überprüft werden.

Frankfurt ist einem Kinder- und Jugendtheater im Zoo-Gesellschaftshaus ein gutes Stück näher gekommen. Die Stadtverordneten haben am Donnerstagabend im Kulturausschuss mehrheitlich der Planung und der Konzepterstellung für das Theater zugestimmt. Vorgesehen sind ein eigenständiges Kinder- und Jugendtheater im Zoo-Gesellschaftshaus, die Grundsanierung des Gesellschaftshauses und ein internationales Conservation Center am Frankfurter Zoo, das im sogenannten Entrée Ost unterkommen soll. Die Kosten werden mit 48 bis 52 Millionen angegeben. Das Kinder- und Jugendtheater soll von 2023 bis 2026entstehen.

Stefan von Wangenheim (FDP) kritisierte im Ausschuss, dass es kein Gesamtkonzept gebe und die Kosten aus dem Ruder laufen könnten. Sebastian Popp (Grüne) erwiderte, dass es der dritte Anlauf sei, ein Kinder- und Jugendtheater in Frankfurt zu errichten und dass ein solches Haus „natürlich irgendwann Geld“ kosten werde, das meiste indes für die Sanierung des Zoo-Gesellschaftshauses. Die Aussage der AfD-Fraktion, laut der aufgrund der „Zielgruppe von Kindern aus Migrantenfamilien keine kostendeckenden Einnahmen zu erwarten“ seien, wurde im Ausschuss auf das Schärfste zurückgewiesen. Diese Aussage verdeutliche die „xenophoben Ressentiments“ der AfD, sagte Michael Müller (Linke).

Kunstfreiheit besteht

Auf Unverständnis stießen Aussagen von Matthias Müntze von der Aktionsgemeinschaft Schauspielhaus Frankfurt. Er hatte sich dagegen ausgesprochen, dass der Architekturprofessor Stephan Trüby, der Rekonstruktionen kritisch hinterfragt hat, am Mousonturm inszeniert. Selbstverständlich mischten sich die Stadtverordneten nicht in die Hoheit der Kulturinstitutionen ein, sagte Renate Wolter-Brandecker (SPD). Sie nannte Müntzes Äußerungen „unsäglich“.

Beschlossen haben die Stadtverordneten die Finanzierung der freien Theater. Sie erhalten 2021 und 2022 pro Jahr 4,2 Millionen Euro. Sieben neue Ensembles wurden in die Zuschussliste aufgenommen. Gehört wurden auch Forderungen der Theaterverbände „ID_Frankfurt“ und „laPROF“ nach mehr Transparenz zu den Entscheidungen des Theaterbeirats. Das Gremium empfiehlt Projekte und Fördersummen. SPD und Grüne schlugen vor, den Beirat zu evaluieren; die Grünen warben für eine Jury statt des Beirats. Thomas Dürbeck (CDU) sagte, der Beirat mache gute Arbeit und solle beibehalten werden. So hätten die Stadtverordneten das letzte Wort.

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