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Frankfurt: Kinder übernehmen das Junge Museum

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Kinder beim „ Kids Takeover Day“ anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Jungen Museums Frankfurt vor dem historischen Stadtmodell. Bild: Christoph Boeckheler
Kinder beim „ Kids Takeover Day“ anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Jungen Museums Frankfurt vor dem historischen Stadtmodell. Bild: Christoph Boeckheler © christoph boeckheler*

30 Grundschülerinnen und Grundschüler führen zum 50-jährigen Jubiläum des Jungen Museums Frankfurt den Ausstellungsbetrieb

Ein Raum, eine Vitrine, 100 junge Zuschauerinnen und Zuschauer: Die Viertklässlerin Ana stellt das Thema „Meeresleben“ anhand von ein paar Muscheln, einem Haifischzahn, einer Koralle und ein bisschen Salz vor, die ihre Schulklasse ins Museum mitgebracht hat. Ana schlüpft in die Rolle der Kuratorin. Das machen sonst eigentlich nur Erwachsene.

Das vor 50 Jahren gegründete Junge Museum, eine Initiative des Historischen Museums, hat am gestrigen Dienstag sein Jubiläum gefeiert und zwei vierte Klassen der Sachsenhäuser Mühlbergschule eingeladen, um einen Vormittag lang den anderen Schüler:innen zu zeigen, wie ein Museum funktioniert. Die 30 Viertklässler durften andere Schulen empfangen, herumführen und ihnen die Ausstellungen zeigen. Das Junge Museum ist bekannt für seine interaktiven Ausstellungen und historischen Spielräume, die Klassen und Familien auch sonst nutzen können.

„Die Viertklässler:innen der Mühlbergschule sind schon einmal zum Proben da gewesen und haben auch in der Schule geübt“, sagt Ann-Catrin Agethen, ehemalige Volontärin des Museums. Sie hat die Klassen auf den Führungen begleitet. Zudem leiteten die Kinder auch Druck- oder Papierwerkstätten und eine historische Drogerie von 1900, wo sie ihre Kreativität im Mischen von Badesalzen, Zahnpulver oder Tees unter Beweis stellen konnten. „Das ist megagut! Schön, dass wir alles selber machen durften“, sagt Sam begeistert. Und Louisa meint: „Ich könnte den ganzen Tag hierbleiben!“

Die Idee von „Kinder lehren Kinder“ ist selbst für das Museum eine neue Erfahrung. Es sieht das als „großen Erfolg“. „Kinder können schwierige Themen einfacher und anschaulicher erklären und sehen Objekte und Gemälde aus einem anderen Blickwinkel“, meint Agethen. So waren die Kinder sehr aufmerksam und motiviert, sich mit Leben und Alltag in der Vergangenheit zu befassen. „Sie haben es super gemacht. Ich hätte sie am liebsten sofort eingestellt“, sagt eine Kollegin.

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