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Frankfurt: Kinder feiern erneuerbare Energie

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Von: Thomas Stillbauer

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Auch optisch ein Genuss: Solarboote, hier Modelle von Kindern der Ferienbetreuung der Henri-Dunant-Schule in Sossenheim.
Auch optisch ein Genuss: Solarboote, hier Modelle von Kindern der Ferienbetreuung der Henri-Dunant-Schule in Sossenheim. © ROLF OESER

Zum Sonnenfest auf dem Mainkai gesellt sich, obwohl Regen angesagt war, die Sonne. Aber es gibt gewisse Kapazitätsengpässe.

Man kommt schnell ins Gespräch, wenn man gemeinsam Sonnenuhren baut. „In Frankreich sind weniger Wespen“, berichtet Jona der Gruppe von seinen frisch gewonnenen Ferienerkenntnissen, „dafür gibt es da die schlimmeren Mücken.“ Wieder was gelernt. Und dabei Sonnenuhren gebaut.

Derweil kokeln beim großen Sonnenfest der Kindertagesstätten Lia, Jason, Jadiel und Maria auf dem Mainkai. Wann darf man das schon mal? Kokeln! Mitten auf der Straße! Mit Ausdauer halten sie Lupen so zwischen Sonne und Holzstückchen, dass Brandspuren entstehen. Mit großer Ausdauer. Denn dem Sonnenfest fehlt zeitweise ein wenig direkte Sonneneinstrahlung. Da lässt es sich schwerlich kokeln. Noch mehr fehlt generell der Regen. Eigentlich war für Freitag welcher angesagt. Drum hatte der Verein Umweltlernen in Frankfurt, der das Sonnenfest gemeinsam mit dem Energiereferat veranstaltet, vorab beteuert: „Wir werden trotz Regens tolle Angebote unterbreiten!“

Das mit den Angeboten stimmt. Das mit dem Regen nicht. Der hätte aber das Solarbootrennen beeinträchtigt. In kurzen Abständen jagen selbstgebaute und sonnenkraftbetriebene Schiffchen durchs Bassin. Na gut, „jagen“ ist vielleicht übertrieben. Es peitschen nicht gerade Bugwellen übers Ufer, wenn die aus Flaschen und Frischkäsepackungen konstruierten, mit Solarzellen bestückten Kreationen loslegen. Aber wer etwas Zeit mitbringt, erlebt durchaus die eine oder andere Bassindurchquerung. Ganz stark dabei: die violette Shampooflasche von Lara. Ob das Boot einen Namen habe, wird die Kapitänin gefragt. Lara: „Blume“. Eine wunderbare Wahl.

Zum 14. Mal zieht das Sonnenfest die Kinder an. Diesmal etwa 100 Mädchen und Jungen aus Kindertagesstätten in Bockenheim, Sossenheim, Höchst, der Innenstadt, Bornheim, Sachsenhausen, Rödelheim und Eschborn. Der Freitagvormittag ist für sie reserviert, am Nachmittag dürfen auch Kinder ohne Kita dazukommen.

„Mainkai aneignen“

Der Aktionstag zählt zum städtischen Bildungsprogramm „Entdecken, Forschen und Lernen im Grüngürtel“ und lud bisher gern zum Alten Flugplatz in den Norden ein. Aber wenn der autofreie Mainkai als Schauplatz zur Verfügung steht, wird der gern genommen, sagt Barbara Clemenz von Umweltlernen. „Erneuerbare Energie als Spiel- und Lernfeld eröffnen und vertiefen“, sagt sie zu Sinn und Zweck des Sonnenfests, „mit Freude ans Experimentieren heranführen – und den Mainkai als Spiel- und Lernfeld aneignen.“

Das kommt bei den Kindern an. Ihre Ideen für die künftige Nutzung der Straße am Fluss sind auf schönen Wachsstiftbildern zu sehen. Leona hat alles pink gemalt, Tiara freut sich aufs Rollerfahren, andere wollen Blumen, Herzen, Tiere und vor allem Bäume auf ihrem „Meinkai“. Die erscheinen ihnen dort sinnvoller als Autos. „Hier ist es jetzt schon, als wäre das eine Spielstraße“, sagt Barbara Clemenz.

Noch ein Tipp: Wer zwei Flaschen fürs Solarboot verwenden will, sollte zwei gleich große nehmen. Könnte sein, dass die Tour sonst eher im Kreis herumführt.

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