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Beginn der Kartoffelernte: Kinder ernten am Heiligenstock. Foto: Christoph Boeckheler

Grüngürtel

Frankfurt: Kinder ernten eigene Kartoffeln

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100 Frankfurter Grundschüler lernen auf dem Acker auf dem Grüngürtel viel über das populäre Gemüse.

Graben, suchen, entdecken. Viele Kinder buddeln am Mittwochvormittag bei Sonnenschein auf einem Acker nach Kartoffeln. Insgesamt sind vier Klassen der Engelbert-Humperdinck-Schule am Heiligenstock dabei, mehr als hundert Drittklässler.

„Wenn ich die Kinder buddeln sehe, erinnert mich das an eine Schatzsuche“, sagt Barbara Clemenz vom Verein „Umweltlernen in Frankfurt“. Sie ist Mitorganisatorin der Aktion „Tolle Knolle Kartoffel“, in der Jungen und Mädchen viel über die Kartoffel lernen und sogar welche selbst ernten dürfen. Rund eine Viertelstunde von der Konstablerwache entfernt liegt der Acker. „Es ist wichtig, dass die Leute realisieren, dass die Stadt nicht nur aus Beton besteht“, sagt Clemenz. Das Projekt ist Teil des städtischen Bildungsprogramms „Entdecken, Forschen und Lernen im Grüngürtel“.

Landwirt Andreas Damm von Schelmenhäuser Hofgut nehme für diesen Aktionstag gerne auch kleinere Einbußen in Kauf, wie beispielsweise weniger Ernte auf den Äckern, wo die Kinder für mehrere Stunden am Projekt mitarbeiten dürfen.

„Es geht doch im Grunde darum, dass ich den Kindern zeigen kann, wie man Kartoffeln erntet. Das ist in der heutigen Zeit besonders wichtig“, sagt Damm. So wüssten sie jetzt auch, wo die Kartoffeln herkommen. „Ich hoffe, dass sie sich daran später erinnern, wenn sie beim nächsten Mal Kartoffeln im Supermarkt einkaufen gehen“, sagt er. „Es ist für die Kinder doch das Allerschönste, ernten zu dürfen. Wo können sie sonst heute noch buddeln?“

Auf die Frage, wie das Buddeln der Marabel-Kartoffeln war, antworten alle Mädchen gleichzeitig. „Es hat viel Spaß gemacht“, ruft eine. Die Drittklässlerin Carlotta sagt: „Es war spannend zu sehen, wie die Kartoffeln mit den ganzen Maschinen angebaut werden.“

Sie würde so ein Projekt gerne noch einmal machen. „Auch dass eine Kartoffel Kohlenhydrate hat, war spannend“, sagt Sarah. Alle freuen sich auf den Kräuterquark, den die Grundschüler an dem Tag selbst angerührt haben. Diesen essen sie mit den gerade geernteten Kartoffeln, die noch im Feuer gar gekocht werden. Das verdiente Abschlussessen.

Die Schulklassen haben schon seit März Versuche im Unterricht unternommen. „Es wurde beispielsweise probiert, eigene Kartoffeln zu pflanzen“, sagt Clemenz. Die Lehrerinnen und Lehrer der Engelbert-Humpeldick-Schule konnten auch an Fortbildungen teilnehmen.

Zudem wurde in der Schule genauer hingeschaut, wo die Kartoffeln herkommen. „Gerade das Thema Nachhaltigkeit ist aktuell sehr wichtig“, so Clemenz.

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