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Nachhaltigkeit

Frankfurt: Keine weiteren Müllfahrzeuge mit Gas und Batterie

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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In Frankfurt fährt ein Hybrid-Müllfahrzeug, das leiser ist, weniger Kraftstoff verbraucht und weniger Kohlendioxid ausstößt als ein vergleichbares Dieselfahrzeug. Fortgeführt wird das Projekt aber nicht.

Es galt als Vorzeige-Fahrzeug der Frankfurter Müllentsorgung FES: „Silent Green“ ist auf den langen Strecken zwischen Betriebshof und Sammelgebiet mit Erdgas unterwegs. Beim Stop-and-go während des Sammelns wechselt es in den Elektromodus.

Dabei verbrauchte das Fahrzeug auf 6000 Kilometern rund 30 Prozent weniger Kraftstoff (Erdgas), stieß 30 Prozent weniger Kohlendioxid (CO2) aus und 25 Prozent weniger Stickoxid als ein vergleichbares Dieselfahrzeug mit Abgasklasse Euro VI. Außerdem war „Silent Green“ um die Hälfte leiser - daher der Name.

Das ergab ein Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit der Frankfurt University of Applied Sciences (UAS), das zweieinhalb Jahre lang lief. Einziger Nachteil: Der Methanausstoß lag bei 100 Gramm am Tag. Im Vergleich zur CO2-Ersparnis sei der höhere Ausstoß von Methan aber zu vernachlässigen, auch wenn Methan eine schädliche Wirkung auf die Ozonschicht entfalte, sagte Holger Marschner, Professor für Kraftfahrzeugtechnik an der UAS.

„Das sind grundsätzlich gute Ergebnisse, die zeigen, was möglich ist, wenn Hersteller und Anwender gemeinsam mit der Wissenschaft bereit sind, sich auf Neues einzulassen“, urteilte die Frankfurter Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne), die FES-Aufsichtsratsvorsitzende ist.

Allerdings, die Freude währte nur kurz. Das Vorzeige-Projekt hat keinen Nachfolger. „Der Hersteller hat uns signalisiert, dass an dem Konzept nicht weiter gearbeitet wird“, sagte FES-Geschäftsführer Dirk Remmert. Und das, obwohl das Hybrid-Müllfahrzeug doppelt so teuer war wie ein vergleichbares Fahrzeug mit Diesel. Eine halbe Million Euro gab die FES dafür aus, großzügig gefördert vom Land Hessen.

Die FES will trotz dieses Rückschlags bei der Umweltverträglichkeit der Müllfahrzeuge nachlegen. So sei der Ausbau der Elektromobilität und der Einsatz von Biodiesel in Bestandsfahrzeugen geplant, sagte Geschäftsführer Remmert. Im Sommer werde ein nachträglich elektrifiziertes Müllfahrzeug geliefert. Mittelfristig sollen die schweren Fahrzeuge mit Brennstoffzelle fahren. Dafür könnte Wasserstoff von der Mainova genutzt werden, der im Müllheizkraftwerk CO2-neutral hergestellt werde.

Wissenschaftlich gesehen sei „Silent Green“ aber ein Erfolg, hielt Holger Marschner von der Fachhochschule fest. So könnten sich Hybridkonzepte womöglich gegen batterieelektrische und wasserstoffbetriebene Antriebsformen behaupten.

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