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Nachdem für die Gastronomie in Frankfurt zunächst das 3G-Modell galt, dürfen Betreiber nun auch 2G anwenden.
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Nachdem für die Gastronomie in Frankfurt zunächst das 3G-Modell galt, dürfen Betreiber nun auch 2G anwenden.

2G und 3G

Keine einheitliche Corona-Regelung in der Gastronomie in Frankfurt

Seit Mitte September können Gastronomen in Frankfurt selbst entscheiden, ob sie 3G oder 2G anwenden. Viele Frankfurter Lokale wechseln zwischen beidem hin und her.

Frankfurt – Zur Mittagszeit eilen Geschäftsleute durch die Innenstadt, Restaurants und Bistros sind gefüllt, auch drinnen. Die Gesichter maskenfrei, die Stimmung gelöst. Ein Hauch Normalität? Der Inhaber eines Cafés möchte seinen Namen und den seines Ladens lieber nicht in der Zeitung lesen. Zu groß ist die Angst, Gäste zu verlieren, zu oft träfen seine Mitarbeitenden zuletzt auf Unverständnis, wenn sie die 3G-Nachweise kontrollierten, die in seinen Innenräumen gelten. Er ärgert sich: „Wozu mache ich das überhaupt noch? Wir kontrollieren, und am Ende bin ich der Buhmann.“

Die Stimmung bei seinen Gästen sei gekippt, berichtet der Inhaber. Mittlerweile fehle das Verständnis für die Corona-Regeln, die meisten seien geimpft und empfänden die Einlasskontrolle als lästig, als überflüssig. Offizielle Kontrollen durch das Ordnungsamt blieben nun aus, während im Sommer „überzogen patrouilliert“ worden sei.

Seit dem 16. September können hessische Gastronomiebetriebe entscheiden, ob sie das 2G- oder 3G-Modell anwenden wollen - beim 2G-Modell entfällt nicht nur der Eintritt für Getestete, sondern auch die Masken- und Abstandspflicht. Eine Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) unter 600 hessischen Betrieben ergab in dieser Woche, dass nur 11 Prozent die 2G-Regel anwenden, etliche Betriebe wechseln zwischen beiden Möglichkeiten – insgesamt entscheiden sich damit 36 Prozent für ein (teilweises) 2G-Modell.

Corona-Regeln für Gastronomie in Frankfurt: Verstöße werden mit hohen Bußgeldern bestraft

Darauf setzt seit einer Woche auch Mitch Doyle in seinem Irish Pub „Waxy’s“ in der Innenstadt. Freitag- und Samstagabend 2G, für viele Bars eine Möglichkeit, die Innenräume voll besetzen zu können. Der Gastronom wünscht sich, dass sich seine Gäste sicher fühlen und auch bei viel Betrieb entspannt sein können. Am meisten sorge er sich zurzeit um seine Mitarbeitenden, die direktem Kontakt zu den Gästen ausgesetzt seien, sagt er. Mit dem Mischmodell will er den bestmöglichen Betrieb ermöglichen, Kontrollen habe es noch keine gegeben.

Auf Anfrage der FR antwortet das Frankfurter Ordnungsamt, es seien während der seit drei Wochen geltenden Regelung noch keine nennenswerten Verstöße registriert worden, bislang liege erst eine Anzeige im Zusammenhang mit 2G/3G vor. Die Verstöße gegen die Bestimmungen in der Gastronomie werden mit einem Bußgeld von bis zu 1000 Euro geahndet, Erstverstöße mit 500 Euro „Regelgeldbuße“.

In einem Café auf der Berger Straße zeigt sich ein Mitarbeiter genervt, dass er die eintretenden Gäste kontrollieren muss - er will keine Strafe riskieren. Die Kontrollen der Gäste sieht er als zusätzliche Arbeit an, außerdem seien sowieso alle, die kämen, geimpft. Nur zwei Besucher:innen habe er zuletzt abweisen müssen, weil sie keine der drei Möglichkeiten hätten nachweisen können, die im Innenraum gelten.

Corona-Regeln für Gastronomie in Frankfurt: Draußen sitzen als Alternative zu 3G

Es habe noch keine offizielle Kontrolle bei ihm gegeben, berichtet auch ein Gastronom, der auf der Terrasse seines italienischen Lokals gerade zwei Gäste bedient. Er hat sich für die 2G-Regelung im Innenraum entschieden, damit seien die meisten zufrieden. Ohne Maske und ohne Abstand fühlt sich das Geschehen damit zumindest drinnen wieder viel normaler für ihn an. Wer sich damit nicht wohlfühle, könne auf den Außenbereich ausweichen, solange das Wetter das noch erlaube.

Draußen sitzen als Alternative: Eine Gastronomin will vor ihrem Bistro in der Berger Straße im kommenden Monat Zelte aufstellen. Sie hofft, dass die Gäste so länger draußen sitzen können. In ihrem Lokal setzt sie auf die 3G-Regel. „Wir wollen keine Gäste verlieren und keinen ausschließen“, sagt sie - so rechtfertigen sich auch 41 Prozent der von der Dehoga befragten Betriebe. In der vergangenen Woche habe ihr Kollege eine ältere Dame beim Eintritt darauf hingewiesen, dass sie eine Maske tragen müsse - die habe daraufhin eine Alternative gesucht.

Julius Wagner, Hauptgeschäftsführer der Dehoga Hessen, sagte der FR, er halte es „für vertretbar und notwendig, Abstände und Maskenpflicht für Geimpfte, Genesene und negativ Getestete in den Innenräumen des Gastgewerbes abzuschaffen“. Bald also auch 3G ohne Abstand, ohne Maske? Wirklich kontrollieren lässt sich das wohl kaum.

Einige Gastronomen sehen in der 2G-Regel die Gefahr des Ausschlusses von Menschen aus der Gesellschaft. „Das ist eine politische Entscheidung“, sagt etwa Manuel Peraica, Leiter des Restaurants „My Frankfurt“ am Liebfrauenberg. (Lena Wallbrunn)

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