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Keine Arena am Kaiserlei

  • Georg Leppert
    vonGeorg Leppert
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Die Verhandlungen mit dem letzten verbliebenen Bewerber sind gescheitert. Kommt nun neuer Schwung in die Gespräche mit den Investoren, die am Flughafen eine Halle planen?

Die Pläne für eine Multifunktionsarena am Kaiserlei sind endgültig gescheitert. Sportdezernent Markus Frank (CDU) sieht keine Grundlage mehr für Verhandlungen mit dem einzig verbliebenen Bewerber für den Bau der Halle, der Anschutz Entertainment Group. Ob und wann Frankfurt eine große Arena bekommt, ist damit ebenso unklar wie die Zukunft des Geländes im Grenzgebiet zwischen Frankfurt und Offenbach.

Knackpunkt bei den Verhandlungen zwischen Stadt und Anschutz war der Umfang des Bauvorhabens. Die US-Investoren wollten weitaus mehr als eine Halle für Sportveranstaltungen und Konzerte bauen. Entstehen sollte ein größeres Entertainment Center. Zeitweise waren etwa ein Musicaltheater, Kinosäle, ein Hotel und Büros im Gespräch, wie Markus Frank berichtete. Für den Sportdezernent hatte das Konzept durchaus Charme, alleine: Es ließ sich nicht umsetzen. „Auf Frankfurter Gemarkung ist das vom Planungsrecht her nicht möglich“, sagte Frank am Dienstag im Gespräch mit der FR. Und die Stadt Offenbach habe die Pläne ohnehin abgelehnt, da sie viel mehr Verkehr für den Kaiserlei bedeuten würden.

Wegen dieser Probleme hatte Anschutz die Ausschreibung der Stadt Frankfurt für den Bau der Halle schon nicht gewonnen. Das Unternehmen Lagardère war als Sieger aus dem mehrjährigen Verfahren hervorgegangen, Markus Frank und Baudezernent Jan Schneider (CDU) wähnten sich bei den Verhandlungen schon weit – bis das Unternehmen überraschend dann doch kein Angebot vorlegte.

Was blieb, war die Hoffnung, mit Anschutz doch noch eine Einigung zu erzielen. Nach FR-Informationen teilten die Investoren nun aber mit, dass sie nur dann ein Angebot vorlegen, wenn sie weitaus mehr bauen dürfen als die Halle. In der Konsequenz dürfte die Stadt Frankfurt die Ausschreibung nun formell und ergebnislos beenden.

Wie das Gelände nutzen?

Sollte Frankfurt in den nächsten Jahren eine Arena für mehr als 10 000 Zuschauerinnen und Zuschauer bekommen, dürfte sie am Flughafen stehen. Dort ist die Katz Group mit den Plänen für eine Halle, die sogar mehr als 20 000 Menschen fassen soll, recht weit. Mit dem Eishockey-Team Frankfurt Löwen gibt es sogar schon einen Vorvertrag, während die Basketballer der Skyliners das Projekt sehr kritisch sehen. Das haben sie gemeinsam mit Markus Frank. Der Sportdezernent macht keinen Hehl daraus, dass für ihn viele Fragen offen sind. Relativ jovial teilte er am Dienstag erneut mit, die Investoren könnten ja einen Bauantrag stellen. Ihn als Sportdezernenten bräuchten sie dazu nicht. Hingegen stehen insbesondere SPD und Grüne im Römer den Plänen offen gegenüber.

In den kommenden Wochen wird es im Rathaus verstärkt darum gehen, wie das Gelände am Kaiserlei nun genutzt wird. Im Gespräch war vor einigen Monaten, den dringend notwendigen Neubau der Europäischen Schule dort zu errichten. Ideal ist dieser Standort im Gewerbegebiet allerdings nicht. Zuletzt zeichnete sich eine Mehrheit für einen Bau der Schule an den Mainwasen ab. Dann könnten am Kaiserlei etwa Büros gebaut werden.

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