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Frankfurt: Kein Tanz an der EZB

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Von: Florian Leclerc

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Die Gedenkstätte nahe der EZB ist nun ein Ort der Stille.
Die Gedenkstätte nahe der EZB ist nun ein Ort der Stille. © Rolf Oeser

Die Stadt hat Tanzveranstaltungen an zwei Gedenkstätten in Frankfurt untersagt. An der EZB, wo eine Gedenkstätte ist, hatten sich Menschen in der Vergangenheit zum Salsa-Tanz getroffen.

In Frankfurt sind Tanzveranstaltungen an der Stätte zur Erinnerung an die Deportation von jüdischen Menschen in der NS-Zeit nahe der Europäische Zentralbank (EZB) von nun an untersagt. Ein weiteres Tanzverbot gilt am Ettinghausenplatz, dem Standort der ehemaligen Synagoge in Höchst.

Wie Sicherheitsdezernentin Annette Rinn (FDP) mitteilte, wurde die Gefahrenabwehrverordnung entsprechend ergänzt. Verboten sind der Verzehr alkoholischer Getränke, Singen, Musizieren und das Betreiben akustischer Geräte wie Musik- und Lautsprecheranlagen. Zuwiderhandlungen stellen eine Ordnungswidrigkeit dar und werden mit einer Geldbuße in Höhe von 100 Euro geahndet.

Die Stadt reagiert damit auf Tanzveranstaltungen an der Erinnerungsstätte nahe der EZB am Philipp-Holzmann-Weg. Dort hatten sich Menschen zum Salsatanz getroffen.

Nach Ansicht des Ordnungsamts sind diese Tanztreffs mit der Würde des Ortes nicht vereinbar. Auch der Respekt vor den Opfern, die von diesem Ort aus in Massenvernichtungslager der Nationalsozialisten deportiert wurden, lasse für derartiges Verhalten keinen Spielraum.

„Es ist ein wichtiges Zeichen, dass mit der Erweiterung die Erinnerungsstätte an der ehemaligen Frankfurter Großmarkthalle nun als Ort der Stille und Ruhe sowie des Gedenkens an die Vernichtung jüdischen Lebens in Frankfurt unter dem besonderen Schutz der Gefahrenabwehrverordnung steht“, sagte Sicherheitsdezernentin Annette Rinn.

Die Stadtpolizei will den Ettinghausenplatz und die Gedenkstätte an der EZB nun stärker kontrollieren und bei Verstößen eingreifen.

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