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Frankfurt: Kein Platz für ein Zentraldepot

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Von: Florian Leclerc

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Eine Geige, die aus den Trümmern der Alten Oper gerettet wurde, befindet sich in der Ausstellung im Historischen Museum. Kunst, die dort nicht gezeigt wird, landet im Depot. Foto: Monika Müller
Eine Geige, die aus den Trümmern der Alten Oper gerettet wurde, befindet sich in der Ausstellung im Historischen Museum. Kunst, die dort nicht gezeigt wird, landet im Depot. © Monika Müller

2014 wurde der Bau eines Zentraldepots für Kunst aus städtischen Museen beschlossen. Doch die Suche nach einem Grundstück gestaltet sich anhaltend schwierig.

In Frankfurt wird es auf Jahre kein Zentraldepot für Kunst aus städtischen Museen geben. Ähnlich wie für den Neubau der Europäischen Schule seien in den vergangenen Jahren zahlreiche Grundstücke auf ihre Eignung untersucht worden, heißt es in einem Magistratsbericht. „Bisher sind alle ausgeschieden.“

Die Ausnahme sei das Grundstück in der Borsigallee 11. Dort befindet sich das Verwaltungsgebäude des Grünflächenamts für den Bezirk Ost. Das Grünflächenamt nutze das Grundstück aber weiterhin. In einem ersten Schritt müsste ein anderes Gebäude für das Grünflächenamt gefunden werden. Erst dann sei das Grundstück nutzbar. „Mit einer Bebaubarkeit ist erst mittelfristig zu rechnen“, heißt es.

Nach Angaben des Kulturdezernats hat die Stadt derzeit 20 Depots für Kunst und Objekte aus städtischen Museen angemietet. Die Miete liegt den Angaben zufolge bei 1,58 Millionen Euro im Jahr.

Ein Grundsatzbeschluss zum Bau eines Zentraldepots für städtische Museen wurde schon 2014 gefasst. Damals ging der Magistrat von Kosten in Höhe von 17,8 Millionen Euro aus. Als Vergleichsgröße wurde das Depot des Instituts für Stadtgeschichte herangezogen. Es befindet sich in der Borsigallee 8, wurde 2006 eröffnet und ist etwa 5500 Quadratmeter groß.

Schwierige Immobilienlage

Nach Angaben des Kulturdezernats haben die angemieteten Depots aber insgesamt eine Größe von etwa 17 000 Quadratmetern. Nötig wäre also ein Gebäude, das etwa drei Mal so groß ist wie das Depot in der Borsigallee. Entsprechend dürften die Kosten steigen. Jana Kremin, die Sprecherin von Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD), sagte auf Anfrage der Frankfurter Rundschau: „Ja, wir benötigen für die städtischen Museen ein neues Zentraldepot. Dazu wird der Bestand vom Kulturamt neu erhoben, so dass sich die notwendigen Flächen gegenüber älteren Planungen etwas vergrößern, neueste logistische Standards berücksichtigt werden und das Gebäude lange für die künftige Nutzung vorhalten kann.“

In Frankfurt sei die Immobilienlage anhaltend schwierig. Das Kulturdezernat befinde sich in Gesprächen mit dem zuständigen Liegenschaftsamt, um ein geeignetes Grundstück zu finden. Die derzeit genutzten Depots sollen vorerst nicht aufgegeben werden. Angemietete Depots befinden sich den Angaben zufolge unter anderem in Fechenheim, wo Kunst aus dem Historischen Museum, dem Museum der Weltkulturen und dem Museum für Moderne Kunst aufbewahrt wird.

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