Kaweh Mansoori hat gute Chancen, in den Bundestag einzuziehen.
+
Kaweh Mansoori hat gute Chancen, in den Bundestag einzuziehen.

Politik

Frankfurt: Kaweh Mansoori will in den Bundestag

  • Christoph Manus
    vonChristoph Manus
    schließen

Wer für die SPD Frankfurt bei der Bundestagswahl im Wahlkreis 183 antritt, wird in einer Kampfabstimmung entschieden. Nach Ulli Nissen kandidiert nun auch SPD-Bezirkschef Kaweh Mansoori.

Der Vorsitzende der SPD im Bezirk Hessen-Süd, Kaweh Mansoori, will kommendes Jahr für den Wahlkreis 183 im Norden, Osten und Süden Frankfurts in den Bundestag einziehen. Das hat der 31-Jährige, der seit gut einem Jahr in Frankfurt wohnt und arbeitet, am Donnerstag im Gespräch mit der FR angekündigt.

Damit wird es Ende November zu einer Kampfabstimmung kommen, wer für die SPD im Wahlkreis, zu dem etwa das Nordend, Bornheim, das Ostend und Sachsenhausen gehören, antritt. Die Bundestagsabgeordnete Ulli Nissen (61), die erstmals 2013 in das Parlament einzog, hatte bereits Ende Juni bekanntgegeben, dass sie erneut kandidieren will. Rechtsanwalt Oliver Strank (41), Ortsvorsteher des Ortsbeirats 1, will noch einmal im Wahlkreis 182 im nordwestlichen Teil Frankfurts für die SPD antreten.

„Mehr Frankfurt wagen“ : Unter dieses Motto stellt die Frankfurter SPD ihre Leitlinien zur Kommunalwahl. Darin sieht sie sich als Partei, die für Zusammenhalt, aber auch für einen „unbändigen Gestaltungswillen“ steht. Sie zeichnet ein Bild von Frankfurt als Stadt, in der es nicht darum geht, wo jemand herkommt, sondern darum, wo jemand hinwill „und was man zusammen alles erreichen kann“. 

Die Leitlinien will die SPD im Herbst bei fünf öffentlichen Veranstaltungen zur Diskussion stellen. Das ausformulierte Kommunalwahlprogramm soll Ende dieses oder zu Beginn des kommenden Jahres beschlossen werden. Der Listen-Parteitag ist am 29. August im FSV-Stadion. cm

Mansoori, dessen Eltern als Geflüchtete aus dem Iran nach Deutschland kamen, hat früh Verantwortung übernommen. Er war Landesschülersprecher, später Vorsitzender der hessischen Jusos, bevor er vor gut einem Jahr als Nachfolger von Gernot Grumbach zum Vorsitzenden der südhessischen SPD gewählt wurde. Nun will der bei Gießen aufgewachsene Rechtsanwalt, der bei PWC Legal für kommunale Unternehmen und Kommunen tätig ist und jetzt im Nordend lebt, in Berlin und Frankfurt Politik machen.

Dass er, obwohl er als Bezirkschef über einen sicheren Listenplatz in den Bundestag ziehen dürfte, um das Direktmandat kämpft, sei für ihn keine Frage gewesen, sagt Mansoori. „Frankfurt ist mein neues Zuhause, ich fühle mich als Frankfurter, ich will hier gestalten.“ Nicht nur bei den Gesprächen mit den Ortsvereinsvorsitzenden im Wahlkreis habe er viel Zuspruch für seine Kandidatur erfahren, sagt er. Und er traue sich durchaus zu, den Wahlkreis für die SPD zu gewinnen.

In Berlin will Mansoori, der schon als Schüler bei der SPD eintrat, etwa dazu beitragen, die massiven Veränderungen der Arbeitswelt sozial zu gestalten. Es gehe nicht darum, den digitalen Wandel zu bekämpfen, sagt er. Ziel sei es, dass neue gute Arbeitsplätze mit ordentlicher Bezahlung und Mitbestimmungsmöglichkeiten entstehen. Einsetzen will er sich zudem für eine saubere abgasfreie Mobilität. Dabei denkt er etwa an autofreie Innenstädte und einen attraktiveren, besser verzahnten öffentlichen Nahverkehr.

Auch für bezahlbare Wohnungen und einen stärkeren Schutz von Mietern will sich Mansoori starkmachen. Wichtig sei etwa ein stärkeres Vorgehen gegen Spekulation mit Wohnraum. „Wohnen ist ein Menschenrecht, keine Kapitalanlage“, sagt er.

Kommentare