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Frankfurt: VGF kauft Ökostrom-Zertifikate

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Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt bessert ihre Ökobilanz auf. Oberbürgermeister Peter Feldmann will, dass die VGF erneuerbare Energien nutzt.

Um ihre CO2-Bilanz zu verbessern, kauft die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) Zertifikate für Ökostrom. Der genaue Anteil des Ökostroms am gesamten Stromverbrauch werde im kommenden Nachhaltigkeitsbericht 2019 beziffert, sagte Geschäftsführer Thomas Wissgott.

2018 hatte die VGF noch gut 70 000 Tonnen CO2 verbraucht - drei Mal so viel wie vor der Umstellung von Ökostrom auf Kohlestrom im Jahr 2015. Die Umstellung war aus finanziellen Gründen erfolgt. Die VGF sparte demnach rund 4,5 Millionen Euro.

Auch wenn im Unternehmen der Wunsch bestehe, wieder Strom aus regenerativen Energien zu beziehen, dürfe die VGF keine geschäftsschädigenden Entscheidungen treffen, sagte Wissgott. Dies müssten die Gesellschafter beschließen. Gesellschafter der VGF ist die Stadtwerke-Holding. Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke-Holding ist Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD).

Feldmann gab sich bei einem Pressetermin, auf dem die Bestellung von elf Elektrobussen für die Busgesellschaft ICB bekanntgegeben wurde, kämpferisch. Die Menschen, die jeden Freitag bei „Fridays for Future“ demonstrierten, hätten klare Forderungen: Eine sei: „Wir wollen den alten Ökostrom wieder“, sagte er. Diese Menschen sähen es kritisch, wenn Strom aus Atomkraftwerken stamme, welche atomaren Abfall produzierten, oder aus Kohlekraftwerken, die den CO2-Ausstoß in die Höhe trieben.

Feldmann lobte die Initiative von Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD), der sich für ein Ende des Kohlestromvertrags zwischen der VGF und der Mainova ausgesprochen hatte. „Der Strom sollte zu hundert Prozent aus regenerativen Energien erzeugt werden“, sagte er.

Oesterling sagte wiederum, er habe der Koalition im Herbst intern einen Vortrag zur Kündigung des Vertrags über die Nutzung einer Kraftwerksscheibe im Heizkraftwerk West, das Steinkohle verbrennt, vorgelegt. Die Koalition habe dies im sogenannten Klimapaket nicht berücksichtigt.

Vielmehr ist darin geregelt, dass das Heizkraftwerk West erst zum Jahr 2025 von Steinkohle auf Gas umgestellt werden soll. Ab diesem Zeitpunkt würde die VGF dann nicht mehr mehrheitlich mit Steinkohlestrom fahren, sondern mit Strom zum Beispiel aus der Verbrennung von Erdgas. Bislang fahren rund 55 Prozent der Straßenbahnen und U-Bahnen der VGF mit Kohlestrom. Von 2011 bis 2014 nutzte die VGF Ökostrom. „Ich will die Vorlage zur Kündigung im Herbst 2020 wieder einbringen“, sagte er. Eine Kündigung wäre zum 31. Dezember 2020 möglich.

Zum Vergleich: Bei der Deutschen Bahn, die unter anderem die S-Bahn Rhein-Main betreibt, lag der Anteil am Ökostrom zuletzt bei 57 Prozent.

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