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Karstadt Sports an Hauptwache?

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Der Warenhaus-Konzern prüft eine neue Nutzung für das bisherige Design-Outlet Saks Off Fifth. Die frühere Sport-Arena könnte ein Karstadt Sports werden.

Statt hochwertiger Mode zu vergünstigten Preisen könnten in dem erst seit Sommer 2017 als Design-Outlet genutzten Gebäude der früheren Sport-Arena an der Frankfurter Hauptwache wieder Laufschuhe, Fußbälle und Tennisschläger verkauft werden. Das aus der Fusion von Karstadt und Kaufhof entstandene Unternehmen prüft im Rahmen eines Sanierungskonzepts für Kaufhof, ob bestehende Filialen der Kette Saks Off Fifth in Häuser der Marke Karstadt Sports umgewandelt werden können. Das Frankfurter Outlet ist eines von sechs in Deutschland.

Sport sei ein Wachstumsfeld für das gesamte Unternehmen, heißt es in einer Mitteilung von Karstadt. Einen Karstadt Sports gibt es in Frankfurt bisher nur im Nordwestzentrum. Der Karstadt an der Zeil hat allerdings eine größere Sportabteilung.

In Frankfurt reagiert man auf die mögliche Rückkehr zum früheren Konzept etwas überrascht. Der Vorsitzende des Frankfurter Handelsverbands, Joachim Stoll, nennt das Vorhaben aber durchaus prüfenswert. Wenn es in der Innenstadt wieder einen Sportladen dieser Größe gebe, sei das gut für Frankfurt, sagt er im Gespräch mit der FR. In der früheren Sport-Arena sei gefühlt aber auch mehr los gewesen als im Design-Outlet.

Aniko Korsos, Einzelhandelsexpertin beim Maklerhaus JLL in Frankfurt, sieht die Chancen eines möglichen neuen großen Sporthauses skeptischer. Sie kann, wie sie der FR sagt, zwar nachvollziehen, dass das Saks-Off-Fifth-Outlet an der Hauptwache auf dem Prüfstand steht. Es habe sich nicht so entwickelt, wie wohl vom Unternehmen erhofft. Korsos ist sich aber auch nicht sicher, ob ein Karstadt Sports in dem großen Geschäftshaus gut laufen würde. Die Sport-Arena sei zwar sehr belebt gewesen, allerdings wohl auch nicht ohne Grund geschlossen worden. „Wenn sie sehr erfolgreich gewesen wäre, hätte man sie nicht umgewandelt“, sagt sie.

Stellenabbau geplant

Was genau die Fusion der früheren Konkurrenten für die nach Zahlen der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi etwa 3600 Beschäftigten von Kaufhof und Karstadt in Hessen heißt, ist noch unklar. Die Spitze des Gemeinschaftsunternehmens hat allerdings bereits angekündigt, bundesweit 2600 Vollzeitstellen abzubauen, davon 1600 in den Kaufhoffilialen. Dort soll sich die Personalstruktur künftig an der in den Karstadt-Häusern orientieren. Zumindest in Frankfurt gilt das Beratungsangebot bei Kaufhof allerdings bisher als besser als bei der früheren Konkurrenz.

Beim Handelsverband geht man nicht davon aus, dass der als sehr erfolgreich geltende Kaufhof an der Hauptwache oder der ebenfalls sehr gut gelegene Karstadt schließen werden. Auf der Zeil gebe es Potenzial für zwei Warenhäuser, sagt Stoll. Voraussetzung sei allerdings, dass diese sich auch künftig in ihrem Angebot unterschieden. Zudem müsse es gelingen, die Kosten zu drücken, ohne dass sich der Service für die Kunden verschlechtere.

Karstadt ließ am Mittwoch alle Fragen der Frankfurter Rundschau zu den Auswirkungen des Sanierungskonzepts auf Frankfurt unbeantwortet.

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