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Karl der Große, das Denkmal auf der Alten Brücke in Frankfurt, hat sein Schwert wieder.
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Karl der Große, das Denkmal auf der Alten Brücke in Frankfurt, hat sein Schwert wieder.

Alte Brücke

Karl der Große hat sein Schwert zurück

  • Clemens Dörrenberg
    vonClemens Dörrenberg
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Vergangenen Juli stahlen Unbekannte das Schwert des angeblichen Frankfurt-Gründers - jetzt hat die Figur ein neues.

Schwarz hebt sich die Klinge vom roten Sandstein ab. Monatelang hielt Karl der Große nur noch den Knauf seines Schwertes in der rechten Hand: ohne Klinge. Seit Samstag, anlässlich des „Karlsamtes“, in Gedenken an den einstigen König des Fränkischen Reiches, hat die Statue auf der Alten Brücke wieder ein vollständiges Schwert.

Nachdem Ende Juli letzten Jahres Unbekannte die 1,40 Meter lange Klinge aus Bronze vom Griff abgetrennt und geklaut hatten, hat der „Neue Brückenbauverein“ für Ersatz gesorgt. „Wir setzen 1000 Euro aus für das Wiederfinden dieses 10 000 Euro teuren Stücks“, ruft Christoph Mäckler, Vorsitzender des Brückenbauvereins, noch während er am Samstagnachmittag im Schneegestöber mit Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) und Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) vor der Statue aus rotem Mainsandstein fotografiert wird.

„Der Karl bekommt sein Schwert zurück, aber entwaffnet“, sagt Hartwig. Denn um potenzielle weitere Diebstähle an dem 3,20 Meter hohen Denkmal zu vermeiden, ist die neue Klinge nun aus Holz statt aus Bronze. Hartwig verweist darauf, dass es in der jüngeren Vergangenheit des Öfteren Vandalismus an öffentlichen Gebäuden und Orten, wie dem „Farbbeutel-Anschlag“ auf das Weltkulturen-Museum sowie im Metzlerpark bei „exzessiven Parties“ gegeben habe. „Eine Respektlosigkeit und traurige Entwicklung, der wir uns zu stellen haben“, sagt Hartwig.

600 Euro hat Karls hölzerne Klinge gekostet. Finanziert haben sie die rund 120 Mitglieder des Brückenbauvereins. „Frankfurter Bürger“, betont Mäckler. Genauso wie 2016, als das gesamte Denkmal in einer Nachbildung, initiiert durch den Verein, nach Jahrzehnten wieder auf der Alten Brücke aufgestellt worden war. Damals seien es 110 000 Euro gewesen, die für das gesamte Standbild gespendet worden seien.

Werben für weiteres Projekt

„Deshalb ist es doppelt ärgerlich, dass irgendwelche Idioten das Schwert gestohlen haben“, sagt Mäckler, der nebenbei für ein weiteres Projekt des Vereins wirbt.

„250 000 Euro haben wir bislang für den Wiederaufbau des Rathausturms gesammelt“, berichtet er. Eine Million wolle sein Verein künftig mit „Crowdfunding“ zusammentragen, um die Turmspitze des „Langen Franz“ an der Bethmannstraße wieder zu errichten.

Zunächst erhält aber der Sockel, auf dem die Replik Karls des Großen steht und den die Stadt bezahlt hat, eine Inschrift, die es bislang nicht gab. „Im Zuge des Diebstahls ist das aufgefallen“, berichtet OB Feldmann. Auf dem Sockel sollen die biografischen Daten des Herrschers (748 – 814) sowie „König der Franken seit 769“ und „Kaiser seit 800“ zu lesen sein. Feldmann dankt dem „engagierten Bürgertum“. Er sagt: „Wir heilen eine Wunde“, und erinnert daran, dass das originale Standbild der Bildhauer Karl Eduard Wendelstadt und Johann Nepomuk Zwerger von 1843 bis 1914 auf der Alten Brücke stand. „Als die Brücke umgebaut wurde, kam der Herrscher aus Stein ins Historische Museum“, so Feldmann. Im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, sei das Denkmal „lange in Vergessenheit geraten“ und erst vor 35 Jahren wiederentdeckt worden. „Man ließ es rekonstruieren und nutzte es dann als Blickfang vor dem Historischen Museum am Römerberg“. Erst durch Initiative des Brückenbauvereins wanderte die Statue dann zurück an ihren ursprünglichen Platz.

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