+
Ute Bansemir, Leiterin des freien Theaterensembles „Theaterperipherie“ in Bockenheim.

Karfunkel 2019

Theaterperipherie in Bockenheim gewinnt Karfunkel

  • schließen

Der diesjährige Kinder- und Jugendtheaterpreis  geht an die Theaterperipherie in Bockenheim. Die Leiterin Ute Bansemir und Team freuen sich sehr.

Wir sind total glücklich. Wir haben so lange drauf gewartet, und jetzt haben wir tatsächlich gewonnen“, sagt Ute Bansemir, Leiterin der Theaterperipherie, am Freitagmittag – kurz nachdem bekannt geworden ist, dass die Preisjury ihre Entscheidung über die Vergabe des zehnten Frankfurter Kinder- und Jugendtheaterpreis getroffen hat: Geehrt mit dem Karfunkel 2019 wird die Theaterperipherie in Bockenheim.

Und zwar für eine „herausragende Theaterarbeit“, so die Jury. Es sei ein Theater der Teilhabe, das künstlerische und gesellschaftliche Arbeit als untrennbar verstehe. Exemplarisch seien die Inszenierungen „Illegal“ nach dem Roman von Max Annas und „Rettung“, eine Stückentwicklung mit neu in Deutschland angekommenen jungen Darstellerinnen und Darstellern. Die Verleihung ist Ende März. „Wir haben uns immer wieder beworben“, erzählt Bansemir. Seit elf Jahren gibt es das freie Theater. „Es ist nicht so selbstverständlich, dass wir einen Kinder- und Jugendtheaterpreis bekommen. Denn wir sind kein Haus, das speziell für Kinder und Jugendliche ist. Unsere Stücke richten sich an alle bis 99.“

Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD), Vorsitzende der Jury, sagte, sowohl auf als auch vor der Bühne fänden sich insbesondere junge Menschen jenseits der herkömmlichen Kunst- und Bildungsmilieus. Eben ein deutlich breiteres Publikum als in anderen Theatern. Ute Bansemir erzählt: „Ein wichtiger Teil unserer Arbeit sind die Publikumsgespräche. Aber auch, dass sich die Jugendlichen mit den Leuten auf der Bühne identifizieren können.“ Denn viele, die zu ihnen kämen, hätten vorher noch nie Kontakt zum Theater gehabt. „Wenn dann Menschen in Kostümen, die fern von ihrer Lebenswelt sind, auf der Bühne stehen, schreckt das Jugendliche eher ab.“ Bei Theaterperipherie seien die Darsteller zwischen 15 und 35 Jahre alt.

„Meistens sind es Laien. Es gibt auch welche, die bei uns angefangen und gemerkt haben, Schauspiel könnte für mich ein Beruf sein, dann auf eine Schauspielschule gehen und später mal wieder bei uns auftreten.“ Das berühmteste Beispiel des Hauses sei Hadi Khanjanpour. Der 37-jährige Deutsch-Iraner spielt bei großen TV-Produktionen wie „Bad Banks“ oder „Die Kanzlei“. Im Kinofilm „Die defekte Katze“ hatte er sogar eine Hauptrolle.

„Anfangs standen hier nur junge Menschen mit Migrationshintergrund auf der Bühne, mittlerweile ist das bunt durchmischt.“ Und weiß sie, was sie mit dem Preisgeld in Höhe von 10 000 Euro machen wird?“ „Nicht mehr ganz so knapp rechnen. Vielleicht machen wir ein weiteres Stück in der Spielzeit.“ Ihre Testperson ist ihr siebenjähriger Sohn. Er sagt: „Nicht nur auf der Bühne reden, auch mal mal was werfen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare