Gesundheit

In Frankfurt kann man sich auf HIV und Syphilis testen lassen

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In der Stadt hat gerade „Checkpoint Frankfurt“ das neue Präventions- und Versorgungsprogramm für HIV sowie anderen Geschlechtskrankheiten begonnen. Hauptzielgruppe sind Sexarbeiter ohne Krankenversicherung. Aber auch Ü-20-Männer und Frauen, die Angst haben sich angesteckt zu haben, dürfen vorbeikommen.

Ohne Angst vor einer Stigmatisierung haben zu müssen und selbst, wenn man keine Krankenversicherungskarte besitzt, kann man herkommen und sich auf HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen wie Syphilis oder Chlamydien testen lassen. In der Stadt hat gerade „Checkpoint Frankfurt“, das neue Präventions- und Versorgungsprogramm für HIV sowie anderen Geschlechtskrankheiten, begonnen.

„Es ist ein Gemeinschaftsprojekt“, sagt Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne). Neben seinem Dezernat ist das Gesundheitsamt, die Frankfurter Aids-Hilfe und die Deutsche Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter (Dagnä) dabei. Zwei Jahre soll das Modellprojekt zunächst laufen. „Niemand, der eine HIV-Therapie braucht, wird weggeschickt“, betont Stephan Klauke (Dagnä). Er ist einer der Ärzte der Sprechstunde.

Man kann sich nicht nur testen lassen, sondern wird auch sofort behandelt. Die Hauptzielgruppe seien Männer, die als Sexarbeiter ihren Lebensunterhalt verdienen. „Darunter sind auch heterosexuelle Männer, die aus Armutsgründen auf den Arbeitsstrich gehen, um ihre Familien zu ernähren. Das Thema ist besonders für sie sehr schambehaftet“, sagt Achim Teipelke, Geschäftsführer der Aidshilfe Frankfurt. „Checkpoint Frankfurt“ sei aber genauso offen für versicherte Frauen und Männer, die eben Angst hätten, sich mit HIV oder einen anderen Geschlechtskrankheit angesteckt zu haben. Ein allgemeines Problem der 20-Plus-Generation sei, so Klauke, dass die „Aids-Angst“ der 1980er weg sei. Und weil man eben mit HIV weiterleben könne, oft aufs Kondom verzichtet werde. So sei auch Prävention Teil ihrer Arbeit.

Genauso wie die psychotherapeutische Betreuung und dass HIV-Erkrankte regelmäßig ihre Medikamente einnehmen. Das Budget des Projekts liegt bei 200 000 Euro pro Jahr. „Das nehmen wir aus unserem vorhandenen Budget“, sagt Majer. Wie viel Geld am Ende benötigt werde, müsste man abwarten. „Am teuersten sind die Medikamente für die Nicht-Versicherten“, sagt Klauke. Pro Jahr kostet die HIV-Präventionstherapie „PrEP“ über 1000 Euro pro Patient.

Die Sprechstunde ist im Gesundheitsamt, Breite Gasse 28, dienstags und mittwochs, 15 bis 18 Uhr bei der Impfsprechstunde. „Das ist sehr diskret, weil so niemand weiß, ob man sich impfen oder auf HIV testen lässt“, sagt Teipelke.

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