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Frankfurt kann mit Rekord bei Gewerbesteuer rechnen

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Von: Christoph Manus

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In Frankfurt verdienen die Unternehmen offenbar weiterhin sehr viel Geld. Die Gewerbesteuereinnahmen sprudeln kräftig.
In Frankfurt verdienen die Unternehmen offenbar weiterhin sehr viel Geld. Die Gewerbesteuereinnahmen sprudeln kräftig. © Renate Hoyer

Die Stadt Frankfurt steht vor den höchsten Gewerbesteuereinnahmen aller Zeiten. Nach sechs Monaten sind bereits 1,3 Milliarden Euro in der Kasse. Doch der Kämmerer warnt vor zu viel Optimismus.

Trotz Krisen entwickeln sich die Gewerbesteuereinnahmen der Stadt Frankfurt blendend. Nach Zahlen des hessischen Statistischen Landesamtes sind im ersten Halbjahr 2022 bereits Vorauszahlungen in Höhe von etwa 1,3 Milliarden Euro in die Stadtkasse geflossen. Das ist ein Plus von 37,3 Prozent im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Bereits das vergangene Jahr hatte, obwohl Teile der Wirtschaft stark unter der Pandemie und Lockdowns litten, Rekordeinnahmen aus der mit wichtigsten Einnahmequelle der Stadt gebracht. Damals flossen fast 2,1 Milliarden Euro.

Kämmerer Bastian Bergerhoff (Grüne) hat im Etat für das laufende Jahr bereits Einnahmen in Rekordhöhe von 2,15 Milliarden Euro vorgesehen. In den Haushaltsberatungen war das angesichts der Corona-Pandemie und neuer Krisen zum Teil als optimistisch kritisiert worden. Doch nun könnte diese Zahl sogar deutlich übertroffen werden.

Frankfurter Kämmerer Bastian Bergerhoff weist auch auf steigende Kosten für die Stadt hin

Bergerhoff äußert sich auf FR-Anfrage zurückhaltend. „Wir erleben gegenwärtig eine weiterhin positive Steuerentwicklung, gerade bei der Gewerbesteuer“, teilt Bergerhoff mit. Und: „Sowohl gegenüber dem Vorjahreszeitraum als auch gegenüber der Planung liegen wir über den Vergleichszahlen.“ Gleichzeitig spricht er von einer Momentaufnahme und warnt vor zu viel Optimismus. Er weist etwa auf die Konjunkturabschwächung und steigende Kosten hin.

Schon im Juli hatte das Dezernat zudem mitgeteilt, dass es darauf eingestellt sei, in Zusammenhang mit illegalen Cum-Ex-Deals von Banken 200 bis 400 Millionen Euro zu viel gezahlter Gewerbesteuer zurückzahlen zu müssen. Der im Juni vom Stadtparlament beschlossene, aber noch nicht genehmigte Haushalt für das laufende Jahr sieht bisher einen Fehlbetrag in Höhe von 228 Millionen Euro vor, der aus den Rücklagen gedeckt wird.

Noch stärker als in Frankfurt steigen die Einnahmen in Marburg - wegen Biontech

Nicht nur in Frankfurt entwickeln sich die Einnahmen aus der Gewebesteuer gut. Nach Mitteilung des Landesamts für Statistik erreichten diese hessenweit einen neuen Höchststand. Der Rekord hat stark mit dem großen Plus in Frankfurt und dem prozentual noch größeren Anstieg in Marburg zu tun. Dort kletterten die Einnahmen – wohl in erster Linie wegen des Biontech-Standorts – um 192 Prozent nach oben. Landesweit stiegen demnach in knapp 80 Prozent der hessischen Kommunen die Einnahmen.

Schlecht entwickelte sich die Gewerbesteuer dagegen in Darmstadt, wo im ersten Halbjahr 4,7 Prozent weniger Vorauszahlungen flossen und in Offenbach, wo es sogar ein Minus von 28,5 Prozent gab.

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