Ulrich Caspar ist wie der vorige IHK-Präsident Müller in der Immobilienbranche - das stört manchen.

Vollversammlung

Kampf um IHK-Präsidentschaft: Kandidatur von Ulrich Caspar stößt auf Kritik

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Seit Monaten schon wirbt der frühere Frankfurter CDU-Landtagsabgeordnete Ulrich Caspar intern für seine Kandidatur.

Mit großer Spannung wird in der Frankfurter Wirtschaft der 9. Mai erwartet. An diesem Tag tritt die neugewählte Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen. Es gilt, eine neue Präsidentin oder einen neuen Präsidenten zu wählen – eine Person, die dann für fünf Jahre die Wirtschaft der fünftgrößten deutschen Stadt repräsentiert.

Seit Monaten schon wirbt der frühere Frankfurter CDU-Landtagsabgeordnete Ulrich Caspar intern für seine Kandidatur. Der Gesellschafter einer Immobilienberatung wird in Kürze seinen 63. Geburtstag feiern. Nach Informationen der FR hat der in Frankfurt geborene Diplom-Betriebswirt mit vielen der 89 Mitglieder der IHK-Vollversammlung bereits Gespräche geführt. „Er reist überall herum und baggert heftig“, heißt es. Allerdings stößt die Kandidatur Caspars bei den Repräsentanten der Wirtschaft auch auf Vorbehalte. Die Kritiker verweisen darauf, dass der CDU-Politiker wie der frühere langjährige IHK-Präsident Mathias Müller aus der Immobilienbranche stamme. Es sei deshalb Zeit, dass nach zehn Jahren der Präsidentschaft Müllers eine andere Branche zum Zuge komme.

Auch wird kritisch gesehen, dass Caspar doch über Jahrzehnte Vertreter der CDU war. Er gehörte schon in den 90er Jahren für die CDU dem Parlament des Umlandverbandes Frankfurt an, war danach für die CDU ehrenamtlicher Stadtrat und von 2003 bis 17. Januar 2019 CDU-Landtagsabgeordneter. In dieser Funktion trat er unter anderem als CDU-Sprecher für den Finanzplatz Frankfurt und als wohnungspolitischer Sprecher auf. Der frühere IHK-Präsident Müller war ebenfalls CDU-Mitglied. Es gibt auch Angehörige der IHK-Vollversammlung, die sich endlich eine Frau an der Spitze der Industrie- und Handelskammer wünschen. Von den 89 Mitgliedern der Vollversammlung sind 33 Frauen.

Bei der Wahl am 9. Mai genügt die einfache Mehrheit der anwesenden Mitglieder der Vollversammlung für den Chefposten. Caspar bestätigt gegenüber der. FR sein „grundsätzliches Interesse“ an der IHK-Präsidentschaft. Eine endgültige Entscheidung wolle er aber erst nach einem Gespräch mit IHK-Hauptgeschäftsführer Matthias Gräßle fällen. „Es kommt auf das Team an, das dann entstehen könnte“, sagt Caspar.

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