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Bei den Feiern der Abiturienten im Park bleibt jede Menge Müll zurück.

Frankfurt

Kampf gegen Müll bei der Abi-Party im Grüneburgpark

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Die Stadt trifft Vorbereitungen für die Abiparty am Donnerstag im Grüneburgpark. 

Noch ist es nicht ganz geschafft. Noch sitzen die Abiturientinnen und Abiturienten in den Prüfungen und schwitzen über den Aufgaben. Aber am Donnerstag wird die letzte Klausur geschrieben. Biologie. Und dann werden die Schülerinnen und Schüler das Ende der schriftlichen Abiturprüfungen feiern und es ordentlich krachen lassen. Traditionell trifft man sich dafür im Grüneburgpark und sicher werden wieder viele der rund 2500 Frankfurter Abiturientinnen und Abiturienten dort die Sektkorken knallen lassen.

In den vergangenen Jahren ist es bei diesen Partys, die mehr als 1000 Jugendliche anziehen, immer wieder zu chaotischen Zuständen gekommen. Und zu starker Verschmutzung: Die Grünanlage war voll mit Müll, Kronkorken und Glasscherben. Vor allem Kronkorken und in den Rasen getretene Glasscherben seien ein Problem, sagt Bernd Roser vom Grünflächenamt. „Die Scherben stecken oft so fest im Boden, dass wir sie schwer oder auch nicht herausbekommen.“ Sie seien vor allem für barfuß laufende Kinder und Hunde ein Verletzungsrisiko.

Im vergangenen Jahr hat das Aufräumen nach der Feier 12 000 Euro gekostet. An ein Verbot der Feier denkt aber niemand. „Wir möchten, dass die Abiturientinnen und Abiturienten das Ende ihrer schriftlichen Prüfungen feiern. Auch gern im Grüneburgpark“, sagt Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne). „Aber dazu müssen sich alle an Regeln halten und den Müll in die Mülltonnen werfen und nicht auf den Boden.“

Stadt Frankfurt stellt Mülltonnen und Toiletten

Seit einigen Jahren stellt die Stadt zusätzliche Mülltonnen auf, karrt Toiletten an, verstärkt die Anzahl der Ordnungskräfte. Diese Jahr werden zum ersten Mal die Sauberkeitsbotschafter und Sauberkeitsbotschafterinnen der Kampagne #cleanffm dabei sein. „Sie werden selbst Müll sammeln, vor allem werden sie mit den Feiernden reden und sie bitten, Müll in die Mülleimer und nicht auf den Rasen zu werfen“, sagt Claudia Gabriel, Leiterin der Stabsstelle Sauberes Frankfurt. Außerdem werden Mülltüten verteilt, damit jeder gleich seine leeren Flaschen und sonstigen Unrat sammeln kann. „Viele finden ja immer, es sei ein langer Weg bei so einer Feier zur Mülltonne“, sagt Stadtschülersprecher Paul Harder. „Vielleicht hilft es, direkt die Mülltüten auszuteilen.“ Und so den Tag und Abend über schon mit der Mülltüte in der Hand auf der Party zu stehen.

Damit der Anreiz noch etwas größer ist, den Müll auch wirklich in die Tüte in der Hand zu stecken, gibt es etwas zu gewinnen: Wer eine gefüllte Mülltüte abgibt, kann an einer Verlosung für einen Kinogutschein teilnehmen. Das gilt auch am Tag danach, am Aufräumtag. Da sollen Schülerinnen und Schüler helfen, den Müll einzusammeln. Und da gibt es nicht nur einen Gutschein zu gewinnen. Der Ortsbeirat hat wie schon in der Vergangenheit insgesamt 1500 Euro zur Verfügung gestellt. „Wer den meisten Partymüll einsammelt, bekommt ein Preisgeld“, sagt Gabriel. Zudem erhalte die Schule einen Zuschuss für die Abifeier, die am meisten gesammelt hat.

Gezählt werden die Säcke unter anderem vom Stadtschülerrat. Harder wird auch dabei sein. Ihm wäre es aber am liebsten, es würde erst gar keine Verschmutzung geben. „Das wirft immer ein so schlechtes Licht auf die Schülerinnen und Schüler“, sagt er. Gerade in Zeiten, in denen sie freitags auf die Straße gingen und für besseren Klima- und Umweltschutz demonstrierten.

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