Die Stadt Frankfurt geht gegen die Nutzung von Wohnungen durch Geschäftsreisende und Touristen vor.
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Die Stadt Frankfurt geht gegen die Nutzung von Wohnungen durch Geschäftsreisende und Touristen vor.

Wohnungsmarkt

Frankfurt: Kampf gegen zweckentfremdeten Wohnraum

  • Hanning Voigts
    vonHanning Voigts
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Die Stadt Frankfurt geht gegen die Nutzung von Wohnungen durch Geschäftsreisende und Touristen vor. Insgesamt 341 Wohnungen kamen 2019 so wieder auf den normalen Wohnungsmarkt.

Der verstärkte Kampf der Stadt Frankfurt gegen die kurzfristige Vermietung von Wohnungen an Geschäftsreisende oder Touristen bringt erste Erfolge. Wie eine Sprecherin des Planungsdezernats der Frankfurter Rundschau am Freitag bestätigte, konnten im gerade abgelaufenen Jahr 2019 insgesamt 341 Wohnungen, die bisher illegal als „Business Apartments“ oder „Residenzapartments“ vermietet worden waren, für den normalen Wohnungsmarkt zurückgewonnen werden. Zusammen bieten diese Wohnungen 8500 Quadratmeter Wohnraum.

Vorgehen gegen nicht angemeldete Ferienwohnungen in Frankfurt

Auch das Vorgehen gegen nicht angemeldete Ferienwohnungen geht den Angaben zufolge weiter. Wie die Sprecherin bestätigte, hat die städtische Bauaufsicht im vergangenen Jahr 103 ungenehmigte Ferienwohnungen im Stadtgebiet ausfindig gemacht. Insgesamt 26 Wohnungen mit 1700 Quadratmetern Wohnfläche stünden schon wieder als Mietwohnungen zur Verfügung, in 13 Fällen seien Bußgeldbescheide erlassen worden.

Die Stadt hatte Ende Oktober vergangenen Jahres angekündigt, massiver gegen die rechtswidrige Umnutzung von Wohnraum vorzugehen. Das Planungsdezernat und die städtische Bauaufsicht gehen davon aus, dass insgesamt etwa 3000 Wohnungen tage-, wochen- oder monatsweise als „Business Apartments“ oder „Residenzapartments“ vermietet werden. Teilweise läuft diese Praxis, mit der mehr Geld verdient wird als mit gewöhnlichen Mietverträgen, auch unter dem Namen „Wohnen auf Zeit“. Gemietet werden diese Wohnungen meist von Geschäftsreisenden oder Touristen, die sonst normale Hotels nutzen würden. Teilweise werden diese Wohnungen auch an Studierende vermietet.

Frankfurt: Zweckentfremdung von Wohnraum

Planungsdezernent Mike Josef (SPD) sagte bei einer Pressekonferenz Ende Oktober, es handele sich um eine Zweckentfremdung von Wohnraum. „Wo früher Familien wohnten, bewegen sich heute vor allem die Rollkoffer“, hatte Josef gesagt. „Das wollen wir nicht.“ Die Stadt wolle nicht hinnehmen, dass dringend benötigter Wohnraum dem Wohnungsmarkt entzogen werde. Mitarbeiter der Stadt suchen gezielt nach entsprechenden Angeboten im Internet, die Stadt droht mit Bußgeldern von bis zu 100 000 Euro, um Wohnungsbesitzer von illegalen Vermietungen abzuschrecken.

Zur Nutzung von Wohnungen als Ferienwohnungen gilt seit 2018 eine städtische Satzung, nach der Wohnungen nur mit Genehmigung der Stadt und nur wenige Wochen im Jahr an Touristen vermietet werden dürfen. Die Sprecherin des Planungsdezernats betonte, die jetzt bekanntgewordenen Zahlen stellten nur ein erstes Zwischenergebnis dar. Die Stadt bleibe an diesem wichtigen Thema dran und werde in einigen Monaten weitere Zahlen und Ergebnisse präsentieren.

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