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Nach der Konstablerwache will die Polizei auch die Hauptwache mit Videokameras überwachen.

Kriminalität

Frankfurt: Kamera soll Hauptwache sicherer machen

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Das Ordnungsamt installiert zwei neue Anlagen. Polizei will Allerheiligenviertel weiter überwachen, die Grünen und der Ortsbeirat sind dagegen.

Nach der Konstablerwache wird mit der Hauptwache demnächst auch ein zweiter zentraler Platz in der Frankfurter Innenstadt mit Videokameras überwacht werden. Die Bauarbeiten für die Installation der Kameramasten sollen im Februar beginnen, sagte eine Sprecherin des Ordnungsdezernats auf Anfrage der Frankfurter Rundschau.

Ursprünglich sollte die Anlage bereits bis Ende des Jahres 2019 installiert sein. Es gab allerdings Probleme mit den Standorten für die Masten. So waren zahlreiche Probebohrungen notwendig, um die Standorte zu finden, an denen die Masten in den Boden eingelassen werden können. Ähnliche Probleme gab es auch am geplanten zweiten neuen Standort Taunusstraße/Ecke Elbestraße. Die ursprünglich veranschlagten Kosten in Höhe von 1,8 Millionen Euro für die beiden Kameraanlagen dürften somit noch steigen. 1,2 Millionen Euro hatte das Land Hessen im vergangenen Sommer dazugegeben.

Unabhängig von den Kosten dürften die beiden neuen Standorte auch die Diskussion um Sinn und Notwendigkeit der Videoüberwachung neu entfachen. Die Polizei hält die Videoüberwachung an der Hauptwache in Zeiten latenter Terrorismus-Gefahr für wichtig. Die Römer-Koalition war sich beim Standort Hauptwache aber nicht einig.

So wollten die Grünen den Standort nur unterstützen, wenn dafür der temporäre Standort im Allerheiligenviertel aufgegeben wird. Die mobile Kameraanlage in der Allerheiligenstraße soll noch bis Mai Bilder ins Polizeipräsidium liefern. Die Polizei würde den Standort gerne dauerhaft erhalten, der Ortsbeirat 1 sähe die Kamera lieber heute als morgen deinstalliert.

Die Kriminalität im Viertel sei nicht zurückgegangen, sondern habe sich nur in Hinterhöfe verlagert. Daher sei die kostenintensive Überwachung nicht länger notwendig, so die Argumentation der FDP im Ortsbeirat, die einen entsprechenden Antrag zum Abbau eingebracht hat.

Polizeipräsident Gerhard Bereswill will die Aussage, dass die dortige Kamera keine Straftaten verhindere, so pauschal nicht stehen lassen. Delikte wie Diebstahl oder Sachbeschädigung etwa seien deutlich zurückgegangen. Beim Drogenhandel, der sich weg von der Kamera verlagert habe, habe sich die Polizei darauf eingestellt und setze ihre Maßnahmen nun in Höfen, Hauseingängen und um die Ecke fort.

Vor allem aber sei die Videoüberwachung bei der Aufklärung von Straftaten hilfreich. Bereswill erinnert an ein versuchtes Tötungsdelikt Mitte Dezember, als ein Messerstecher identifiziert und gefasst werden konnte, weil ihn die Kamera vor der Tat aufgenommen hatte.

Um einen weiteren mobilen Standort einer Videoüberwachung gibt es deutlich weniger Wirbel. Seit Juni 2017 filmt die Polizei auch in der Düsseldorfer Straße mit einer „temporär stationären“ Kamera. „Die Auswertung der Kamerabilder führt dort regelmäßig zur Erlangung von fahndungsrelevanten Daten“, sagt Bereswill. Meistens geht es dabei um Drogenkriminalität.

Im vergangenen August lieferte die Polizeikamera aber Bilder eines Quartetts, das vor der Sparkasse hält und diese nach einem Raub wieder verlässt. Die vier Tatverdächtigen des Bankraubs, die zu einem Berliner Clan gehören sollen und geschnappt wurden, sind auf den Bildern der Kamera zu sehen.

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