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Mietrecht

Frankfurt: Kalte Zimmer, kaltes Wasser

  • VonTomas Cabanis
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In einem Mehrfamilienhaus in der Nordweststadt fällt die Heizung seit fünf Jahren regelmäßig aus. Manche Anwohner:innen haben schon die Hoffnung aufgegeben.

Am Eingang ihres Mehrfamilienhauses in der Bernadottestraße in der Nordweststadt treffen sich einige Anwohner:innen zur Lagebesprechung. Eine ältere Frau, ein Familienvater, eine junge Mutter und einige mehr. Sie alle sind wütend, frustriert und ratlos. „Wir wissen nicht mehr, was wir machen sollen“, sagt eine von ihnen. Sie sei am Ende ihrer Belastbarkeit. Der Grund dafür steht im Keller des Hauses und fällt regelmäßig aus: die Heizung.

Die Mieter:innen sind gezwungen, in der Kälte zu sitzen, an manchen Tagen zeige das Thermometer im Schlafzimmer nur zwölf Grad. Ohne Heizung gibt es auch kein warmes Wasser. eine warme Dusche am Morgen sei nicht möglich, berichtet ein Vater. Der Plattenbau gehört der größten privaten Wohnungsgesellschaft Deutschlands, Vonovia.

Die Anwohnerinnen und Anwohner würden am liebsten ausziehen und mit dem Unternehmen nichts mehr zu tun haben wollen, sagen sie. Seit fünf Jahren kämpfen sie um das, „was eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte“: eine funktionierende Heizung und warmes Wasser aus dem Hahn.

„Ich habe die Hoffnung schon aufgegeben“, sagt eine Anwohnerin, die anonym bleiben möchte. Über die Zwei-Zimmer-Wohnung hat sich die Frankfurterin anfangs noch gefreut. Alle Zimmer haben eine Fußbodenheizung und einen Heizkörper; in den ersten Jahren nach dem Einzug habe es noch keine Probleme gegeben.

Anlage modernisiert

Im Herbst 2016 aber beklagten sie und weitere Bewohner:innen zum ersten Mal einen Ausfall der Heizung, die damals 52 Jahre alt gewesen sei. Nach zwei Jahren entschied sich die Vonovia, die Heizungsanlage für rund 101 000 Euro zu modernisieren. Um die Kosten zu deckeln, sollte die Miete erhöht werden, wie aus einem Schreiben der Vonovia hervorgeht.

„Danach haben die Probleme erst richtig angefangen“, sagt ein Mann, der mit seiner Frau und zwei Kindern im Haus wohnt. „Das ist eine Frechheit, wie uns Vonovia im Stich lässt“, schimpft der 43-Jährige. In den darauffolgenden Wintermonaten habe die Heizung weiterhin regelmäßig den Dienst eingestellt. Einige Bewohner:innen schlafen deshalb im Wohnzimmer, weil es dort wärmer ist, andere übernachten bei Freundinnen oder Freunden. „Während des Lockdowns geht das so nicht mehr weiter“, merkt eine weitere Anwohnerin im Vorbeilaufen an. Sie schreibe jeden Tag eine E-Mail an die Vonovia. Bis jetzt habe sie keine einzige Antwort erhalten.

Auf eine Anfrage der Frankfurter Rundschau antwortet die Wohnungsgesellschaft. „Die Heizung funktioniert wieder ordnungsgemäß“, sagt Pressesprecherin Katja Mazurek. Das Unternehmen entschuldige sich für die Ausfälle und könne den Unmut darüber nachvollziehen. Grund für die Ausfälle seien Ablagerungen im Wärmetauscher der Heizungsanlage gewesen, dieser sei jetzt aber ausgetauscht worden.

Das Problem ist trotzdem nicht gelöst: Drei Tage später sei die Heizung in drei Wohnungen erneut ausgefallen, berichten die Mieter:innen. Sie hoffen jeden Tag aufs Neue, dass das Problem irgendwann gelöst sein wird.

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